Leserbrief

Unterfeld Süd: Ja, aber...

Zur kommunalen Abstimmung in Baar vom 27. September

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Das Unterfeld Süd ist eine rechtlich gültige eingezonte Bauzone. Die Besitzer haben einen Anspruch, dieses Bauland überbauen zu können. Die Frage ist nur, wie dies passiert: mit einem Bebauungsplan, der den Besitzern gewisse Vorteile bringt, auf der anderen Seite aber auch mit Auflagen der Gemeinde Baar verbunden ist, oder gemäss der bestehenden Bauordnung. Mit der bestehenden Bauordnung könnte weniger Bauvolumen realisiert werden, aber dafür wäre wahrscheinlich ein «Flickwerk» und keine Abstimmung der verschiedenen Gebäude untereinander zu erwarten. Grundsätzlich wurde das Problem schon vor Jahrzehnten geschaffen: mit «überdimensionierten» Einzonungen durch die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat.

Der Baarer Souverän hat im Jahr 2017 bei einer ersten Abstimmung den vorgelegten Bebauungsplan abgelehnt. Der damalige Bebauungsplan wurde als zu wuchtig empfunden, die landschaftlichen Qualitäten und städtebaulichen Strukturen wurden zu wenig berücksichtigt. Der nun vorliegende überarbeitete Bebauungsplan wurde in einem gemeinsamen Prozess zwischen den Beteiligten komplett neu aufgegleist und ausgearbeitet. Die Forderungen der Gegnerschaft für mehr Wohnanteil, mehr preisgünstige Wohnungen sowie einer besseren Strukturierung des Projekts wurden aufgenommen.

Mit diesem Zonenplan werden quasi nur die «Hülle» wie Ausmasse, Festlegung der Erschliessung, Plätze et cetera festgelegt. Die Umsetzung der einzelnen Bauten muss, sofern diese Gebietsplanung Unterfeld vom Baarer Souverän bewilligt wird, anschliessend noch an der Gemeindeversammlung bewilligt werden, bevor überhaupt gebaut werden kann. Trotz all diesen Änderungen oder Vorzügen gegenüber dem ersten Projekt gibt es diverse offene Punkte, die im Moment noch nicht beantwortbar sind: Werden die Gebäude so nachhaltig erstellt, wie es die Implenia AG (als grösste Besitzerin) aktuell verspricht? Wie kann das immer noch wuchtige Bauprojekt an den Verkehr angebunden werden? Kommt die Gemeinde Baar zu einer langfristigen Lösung für die «Beschulung» der Schülerinnen und Schüler aus dem Unterfeld Süd? Aus diesen Gründen kann die SP Baar keine Empfehlung abgeben und beschliesst Stimmfreigabe.

Alois Gössi, Kantonsrat SP, Baar