Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Im Lassalle-Haus ging es um eines der ganze grossen Themen

An der ersten internationalen Konferenz zur Unternehmensethik trafen sich Exponenten aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Kirche, um drängende Fragen zu diskutieren. Und um Missverständnisse auszuräumen.
Livio Brandenberg
Tobias Kracher, der Direktor des Lassalle-Instituts (links), Obiora Ike, Executive Director von Globethics.net (mitte) und der Zuger Wirtschaftsdirektor Matthias Michel nahmen an der Konferenz zur Unternehmensethik teil. Bild: PD

Tobias Kracher, der Direktor des Lassalle-Instituts (links), Obiora Ike, Executive Director von Globethics.net (mitte) und der Zuger Wirtschaftsdirektor Matthias Michel nahmen an der Konferenz zur Unternehmensethik teil. Bild: PD

Um eines der ganz grossen Themen ging es kürzlich im Lassalle-Haus in Menzingen an der europäischen Konferenz zur Unternehmensethik. Wie geht unternehmerisches Handeln mit ethischen Grundwerten in einer globalisierten Welt einher? Und welche Herausforderungen stellen sich dabei? Rund 120 Teilnehmende aus über 20 Ländern stellten sich dieser Diskussion oder kamen, um Referate zahlreicher Exponenten aus Wirtschaft, Politik, Philosophie, Forschung und Kirche zu hören. Der Anlass sei ein Erfolg gewesen, sagt Tobias Karcher, Direktor des Lassalle-Hauses und Lassalle-Instituts. «Es hat sich ein offener Dialog ergeben, bei dem vor allem das gegenseitige Verständnis der Kulturen, vor allem der Unternehmenskulturen, gefördert wurde.»

Karcher spricht die kulturell unterschiedlich geprägten Traditionen von Unternehmensethik an. «Während in der angelsächsischen Tradition Unternehmensethik in erster Linie als das Einhalten von juristischen Vorgaben verstanden wird – Stichwort Compliance –, hat die kontinentaleuropäische Tradition darüber hinaus auch die Gesellschaft als Ganzes im Blick sowie ein stabiles und gesundes Wirtschaftsumfeld.» Der Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel fasste diesen Ansatz in seinem Referat folgendermassen zusammen: «Ethik beginnt dort, wo die Gesetze enden.» Aus der Perspektive der aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens werde hingegen, so auch an der Tagung, eine beziehungsorientierte Wirtschaft in den Vordergrund gestellt, erklärt Karcher. «In Asien geht es primär darum, das Vertrauen eines Geschäftspartners zu erlangen und darauf aufzubauen.» In China könne jedoch eine Verschiebung von einer beziehungsorientierten hin zu einer regelorientierten Führung beobachtet werden.

Afrika als Globalisierungsverlierer

An der Konferenz nahmen auch zwölf Vertreter aus afrikanischen Ländern teil. Sie hätten den Dialog geschätzt, so Karcher. «Wobei man die Spannungen gespürt hat – viele sehen ihren Kontinent als Globalisierungsverlierer.» Ein kontrovers diskutiertes Thema waren in diesem Kontext die Möglichkeiten und Grenzen politischen Handelns am Beispiel von Rohstoffkonzernen. Diese werden in den Medien oft angeprangert wegen Korruption oder Menschenrechtsverletzungen in afrikanischen Ländern. Man fühle sich verantwortlich, sagt Matthias Michel, allerdings könne die Regierung auch kein Recht sprechen oder Urteile fällen. Es gelte darum, den Dialog zu suchen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.