UNTERSUCHUNGSRICHTERAMT: Schwyter: «Zu meinen Fehlern stehe ich»

Warum dauert es acht Jahre, von der Anzeige bis zur Verhandlung? Staats­anwalt Roland Schwyter kennt die Antwort.

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Ex-Untersuchungsrichter Roland Schwyter. (Bild Martin Heimann/ Neue ZZ)

Ex-Untersuchungsrichter Roland Schwyter. (Bild Martin Heimann/ Neue ZZ)

Ein 22-Jähriger nötigt seine zwei Jahre jüngere, psychisch labile Freundin zu Sadomaso-Sex. Und wird dafür vom Zuger Strafgericht mit sieben Monaten bedingt bestraft. Kassiert hätte er eine dreimal höhere Strafe, wenn nicht der Fall während dreier Jahre unbearbeitet geblieben wäre.

Erst acht Jahre nach der Anzeige kam es zur Verhandlung. Es handle sich dabei um einen Einzelfall, sagt der Zuger Oberstaatsanwalt Christian Aebi. Und der damalige Untersuchungsrichter, der dafür verantwortlich ist, spricht offen über die Begleitumstände. «Ich habe die Ermittlung aus dem Prioritätenfokus verloren», gesteht Roland Schwyter.

Als Untersuchungsrichter bearbeitete er den Fall bis Februar 2007. «Faktisch», stellt er klar, «blieb er drei Jahre unbearbeitet.» Im Schnitt habe er während dieser Zeit täglich einen neuen Fall auf seinen Schreibtisch bekommen, zwischen 100 und 150 seien pendent gewesen. «Die Überbe­lastung hat mitgespielt», gesteht Schwyter.

Chantal Desbiolles

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.