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UNWETTER: Wasser sorgt für Verwüstung

An der Chamerstrasse in Zug haben die starken Regenfälle vom vergangenen Freitag besonders grossen Schaden angerichtet. Verantwortlich dafür ist wohl ein kleiner Quartierbach.
Zoe Gwerder
Die Schäden nach der Überschwemmung in einem Keller. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. August 2017)/PD)

Die Schäden nach der Überschwemmung in einem Keller. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. August 2017)/PD)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Ein Lift mit Totalschaden, ein unbrauchbares Stromtableau, ein kaputtes Garagentor und meh­rere zerstörte Autos – ganz zu schweigen vom Schlamm, der auch Tage später im Keller und in der Garage seine Spuren hinterlässt und ganze Waschmaschinen füllt. So die Bilanz nach den Regenfällen bei einem Mehrfamilienhaus an der Chamerstrasse auf der Höhe der S-Bahn-Haltestelle Schutzengel. Bereits seit Tagen dort mit den Aufräumarbeiten beschäftigt ist der Verwalter und Stockwerkeigentümer Tony Stocklin. «Ich habe am Wochenende damit angefangen, den Keller vom Schlamm zu befreien, damit dort später kein Schimmel entsteht.» Der Schaden belaufe sich wohl auf 150000 Franken. «Jeden Tag gibt es einen neuen Schrecken – wenn wieder ein neuer Schaden zu Tage kommt», so Stocklin.

Als Ursache für die Überschwemmung sieht Stocklin den Siehbach, der einige Häuser weiter unter der Bahnlinie hervor ans Tageslicht kommt. «Von dort aus ist das Gelände bis zu unserem Haus abfallend», so Stocklin. «In einem Keller fand einer der Hausbewohner gar einen Flusskrebs.» Und auch der Schlamm deute auf den Siehbach als Ursprung des Übels hin. Er verlangt nun von der Stadt, dass sie beim Bach sofort Sand­säcke platziert. «Wir haben ein Riesenglück gehabt», erzählt er. Denn die Wassermassen hätten das Tor zur Garage explosionsartig aufgedrückt, worauf die Autos im Innern durch die Wucht des einströmenden Wassers an die Wand geschleudert worden seien. «Wäre zu diesem Zeitpunkt jemand in der Garage gewesen, hätte es auch Tote geben können.»

Flusskrebse im Keller

Zudem sei es nicht das erste Mal, dass der Siehbach über die Ufer getreten sei. «Dies war wohl bereits vor drei Jahren der Fall», sagt Stocklin. Damals habe die Überschwemmung aber ein kleineres Ausmass gehabt, und man hätte dies auf zu kleine Abflussschächte zurückgeführt, weshalb die Eigentümergemeinschaft diese vergrössert hätte. «Leider hat dies nichts genützt.»

Bei der Stadt ist man derzeit an der Aufarbeitung des Unwetters vom vergangenen Freitag. «Wir werden nun schauen, wo es überall Überschwemmungen gegeben hat», sagt der Vorsteher des Baudepartements, André Wicki. Gemeinsam mit dem Vorsteher des Sicherheitsdepartements, Urs Raschle, sowie mit der Feuerwehr, die vor Ort war, und mit den betroffenen Personen sollen die Problemstellen registriert werden, um in Zukunft ein ähnliches Ereignis wenn möglich zu vermeiden. Auch Sofortmassnahmen wie das Anbringen von Sandsäcken seien möglich. «Es ist begrüssenswert, wenn die Bevölkerung vor Ort handelt. Aber natürlich gibt es keine Garantie. Das Wasser sucht immer den Weg des geringsten Widerstands», so Wicki. Ein Teil zur Hochwasserbekämpfung im Stadtgebiet werde jedoch bereits erstellt: Die Vorflutleitung, die Seapipe, die derzeit im Bau ist, soll in solchen Situationen ausreichend Platz bieten, dass das Regenwasser direkt in den See abfliessen kann.

Sehr viel Regen in kurzer Zeit

Am vergangenen Freitag gingen gemäss Meteo Schweiz im Gebiet Baar und Zug innert 35 Minuten teilweise bis zu 50 Millimeter Regen nieder. Der Grossteil davon fiel innert 20 Minuten. Dies entspricht über einem Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge eines Augusts.

Wasser statt Geh- und Fahrweg. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. August 2017)/PD)

Wasser statt Geh- und Fahrweg. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. August 2017)/PD)

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