Zug
In den neuen Kleingärten bei der Fröschenmatt wird fleissig gewerkelt

Die Erweiterung der Familiengärten Fröschenmatt in Zug ist geglückt. Doch vor allem die Aufhebung der Parzellen im Gebiet Lorze, die auch Teil des Projekts war, war ein grosser Kraftakt für die Vereinsmitglieder.

Carmen Rogenmoser
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Ein Häuschen ums andere entsteht: Nuno Castro, Maurer und neuer Pächter in der Fröschenmatt, baut sein Gartenhäuschen selber.

Ein Häuschen ums andere entsteht: Nuno Castro, Maurer und neuer Pächter in der Fröschenmatt, baut sein Gartenhäuschen selber.

Jan Pegoraro (zugerzeitung)/Zuger Zeitung

Ein Holzhäuschen ums andere wächst auf dem neuen Areal der Familiengärten Fröschenmatt in Zug aus dem Boden: Die 18 Parzellen der erweiterten Anlage konnten Anfang April den Pächtern übergeben werden. Nun wird ihnen Leben eingehaucht. Bis hierhin war es ein langer und vor allem anstrengender Weg – vor allem für Hubert Müller, Präsident des Vereins Familiengärten Fröschenmatt. Er begleitet das Projekt bei jedem Schritt.

Hubert Müller, Präsident des Vereins Familiengärten Fröschenmatt.

Hubert Müller, Präsident des Vereins Familiengärten Fröschenmatt.

Bild: Jan Pegoraro

Zur Erinnerung: Die Arealerweiterung kam zu Stande, weil die Stadt Zug auf dem Gebiet der Lorze-Familiengärten das Projekt «Äussere Lorzenallmend» plant. Als Ersatz erhielt der Verein Grund gleich anschliessend an die bestehende Anlage in der Fröschenmatt. Die Gartenparzellen bei der Lorzen-Ebene sind in der Zwischenzeit dem Erdboden gleichgemacht worden. Dahinter steckte viel Arbeit. Zwar haben die ehemaligen Pächter ihre Gebäude bis Ende November eigenständig abgerissen und das Material grob sortiert, die meiste Arbeit aber wurde von den Vereinsmitgliedern in Fronarbeit geleistet. «130 Fronstunden waren wir im Einsatz», hat Hubert Müller ausgerechnet. Er ist fast täglich auf der Baustelle anzutreffen.

«Die Stadt Zug hat uns finanziell unterstützt und einen grossen Teil der Kosten für die Entsorgung übernommen, auch grosse Maschinen hat sie zur Verfügung gestellt», sagt Müller. Ausserdem wurde der Verein von einer Gruppe Jugendlicher bei den Aufräumarbeiten unterstützt. «Trotzdem haben wir eine Zeitlang fast kein Ende gesehen.» Mehrere Mulden Beton wurden entsorgt, fünf Tonnen Metall, auch die Menge an Holz und Sperrmüll war enorm.

Die Pächter müssen sich genau an die Statuten halten

Gleichzeitig fand Ende November der Spatenstich beim neuen Gebiet in der Fröschenmatt statt. Die Stadt hat den Boden bereitgemacht. Anfang April haben die neuen Pächter ihre Parzellen übernommen – und schon wird gearbeitet wie im Bienenstock. Einige Häuschen werden in Eigenregie gebaut, andere bestehen aus Modulen und werden von Profis in wenigen Tagen aufgebaut. Gemeinsam ist den Bauweisen, dass sie den Statuten des Vereins entsprechen müssen.

Nicht nur Grösse und Ausrichtung sind vorgegeben, sondern auch der Platz, wo sie zu stehen kommen. Gleiches gilt für den Rest der Parzelle: Es gibt Regeln, wie viel Rasen der Familiengarten haben darf, was angebaut werden kann und wie hoch die Hecken maximal sein dürfen. Hubert Müller steht den Neupächtern dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Bereits wächst das erste Gemüse in den neuen Gärten.

Bereits wächst das erste Gemüse in den neuen Gärten.

Jan Pegoraro (Zug, 10. Mai 2021)

Mit der Erweiterung konnte die Warteliste des Vereins zwischen zeitlich abgebaut werden. Nun haben sich die Anfragen aber schon wieder gehäuft. Elf weitere Familien möchten gerne einen Familiengarten. Corona hat auch hier zu einer erhöhten Nachfrage geführt. «Wir haben die Warteliste mittlerweile geschlossen», sagt der Präsident:

«Ein bis zwei Wechsel gibt es in der Fröschenmatt pro Jahr. Eine Wartezeit von mehreren Jahren ist also keine Seltenheit.»

«Während des Projekts kam es mir zugute, dass ich frühpensioniert bin», sagt der 64-Jährige. So konnte er sich die Zeit flexibel einteilen und die vielen Treffen persönlich wahrnehmen. «Anders wäre es nicht gegangen.» Bei einem solchen Projekt, das von Grund auf neu erstellt wird, dabei zu sein, sei aber auch einmalig, führt er aus.

Nun kommt die Zeit des Gedeihens

Deshalb freue er sich jetzt besonders auf die schöne Zeit der Erweiterung. Gedeihen und blühen soll es nicht nur in den Gärten, sondern auch über die Parzellengrenze hinaus. Vier Pächter sind von der Lorzen-Ebene in die Fröschenmatt umgezogen, die restlichen sind «Neugärtner». «Es gibt viele junge Familien», freut sich Müller.

Der Gemeinschaft dienen soll auch eine Feier anlässlich des gelungenen Projekts. Diese wird allerdings im kleinen Rahmen geplant: «Wir werden bestimmt alle Beteiligten einladen, auch die Verantwortlichen der Stadt und die Firma Hodel. Aber wann das Fest stattfinden wird, ist noch unklar.» Bis im September haben die neuen Pächter jetzt erst mal Zeit, ihre kleinen Paradiese einzurichten und die Häuschen zu erstellen. Bereits wächst das erste Gemüse in einzelnen Gärten. Bald schon werden auch aus dem neu aufgeschütteten Boden die ersten Früchte geerntet werden.