Urs Bischof – ein Zuger, der seiner Linie treu bleibt

Der Goldschmied und Skulpteur Urs Bischof ist zwar Pensionär, aber als Künstler mag er nicht ruhen.

Marco Morosoli
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Urs Bischof holt sich die Ideen für seine Werke, indem er mit offenen Augen durchs Leben gehe.

Urs Bischof holt sich die Ideen für seine Werke, indem er mit offenen Augen durchs Leben gehe.

Bild: PD

Wer derzeit mit offenen Augen vor dem Park-Hotel vis-à-vis des Metalli-Zentrums vorbeigeht, dem fällt eine Metallkonstruktion auf, an der sich ein Sportler festhält. Die Skulptur ist rund vier Meter gross, und würde, so sagt ihr Erschaffer Urs Bischof (72), gut in einen Kreisel passen. Den ehemaligen Spitzenfussballer fasziniert an seinem Werk «Der Stabhochspringer» die Dynamik.

Gleichzeitig ist für Bischof die drapierte Szenerie auch ein Sinnbild. Der Mensch könne, im übertragenen Sinn, auch Hürden überspringen, mögen sie noch so hoch sein. Solche Bewegungen mit den gewählten Mitteln, hier Metall, auszudrücken, fordert vom Künstler alles: Kreativität, Vorstellungskraft, Wille und Stehvermögen.

Wie viele Stunden Arbeit in dieser Skulptur stecken, kann Urs Bischof nicht sagen: «Ich bin ja nicht ständig am gleichen Objekt tätig. Das ist ein längerer Prozess.»

Unterwegs auf Ideensuche

Urs Bischof hat aber keineswegs nur Grosses im Kopf. Seine Fingerfertigkeit beweist er immer wieder in Formaten, die solche Talente voraussetzen. Die Ideen für die Miniaturen – dies im Gegensatz zur Stabhochspringer-Skulptur – «hole ich mir, wenn ich mit offenen Augen unterwegs bin.» Die Natur biete ihm mehr oder weniger die Bühne für seine Skulpturen, erzählt er.

«Lebens-Momente» nennt er die Ausstellung mit den Unikaten. Ein solches Unikat ist ein Paar, das auf einem Stück eines Baumpilzes sitzt. Es macht den Anschein, als würde das Liebespaar, den Blick in die Weite gerichtet, auf einer Terrasse sitzen. Viele seiner Werke geben dem Betrachter, oder Käufer, den Eindruck, dass in der Ruhe wirklich die Kraft liegt. «In Ruhe geniessen, ist mein Motto», sagt Urs Bischof. Leider können mit dieser Lebenshaltung heute immer weniger Menschen etwas anfangen.

Preis für Zuger Sportler des Jahres erschaffen

Insgesamt sind im Foyer des Parkhotels in Zug 22 Werke von Urs Bischof zu sehen. Die Variationen verblüffen. Der Künstler weiss mit den verschiedensten Grundmaterialien etwas anzufangen. Die Figuren hingegen entspringen der gleichen Grundidee, welche mittlerweile zum Markenzeichen, oder noch besser zur Unterschrift von Urs Bischof geworden sind. Eigentlich könnte er sich schon länger zur Ruhe setzen. Er sagt dazu:

«Ich bin mit dem Alter gelassener geworden. Künstler ist eine Berufung, der ich bis ans Lebensende folgen werde.»

Im kommenden Jahr wird Bischof wieder den Siegerpreis für den Zuger Sportler des Jahres erschaffen. Die Modelle würden sich in der Aussage ähneln, aber seien sicher nicht gleich. Copy-Paste geht in dieser Branche einfach nicht, und das ist gut so.

Die Ausstellung von Urs Bischof im Parkhotel Zug dauert bis zum 19. Januar.