Die ursprünglichen Pläne des Projekts von Bauer Martin Schuler in Hünenberg sind veraltet

Die Stellungnahme des Hünenberger Gemeinderats zur Petition «Gegen die Tierfabrik ‹Chueweid›» liegt vor. Den Forderungen sei keine Folge zu leisten. Das alte Projekt des Bauern Martin Schuler sei nicht weiterbearbeitet worden.

Rahel Hug
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Die Pläne des Bauern Martin Schuler bezüglich des Baus einer grossen Halle als neuen Stall für seine Milchkühe sind überholt. Die Umsiedlung der Milchviehhaltung aus der Gewässerschutzzone habe für ihn nun Priorität, sagt der Landwirt.

Die Pläne des Bauern Martin Schuler bezüglich des Baus einer grossen Halle als neuen Stall für seine Milchkühe sind überholt. Die Umsiedlung der Milchviehhaltung aus der Gewässerschutzzone habe für ihn nun Priorität, sagt der Landwirt.

Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 11. Juli 2018

Mehr als 12 000 Unterschriften, davon knapp 1400 aus Hünenberg – der Verein Fluid Spirit hat mit seiner Petition «Gegen die Tierfabrik ‹Chueweid›» stark mobilisiert. Am 4. November wurde die Petition beim Gemeinderat eingereicht. Die Gruppe von Tierschützern rund um Präsidentin Danielle H. Jolissaint fordert zusammengefasst, dass jegliche Erweiterung oder Vergrösserung sowie entsprechende Umzonungen und Sonderregelungen im Zusammenhang mit dem Bauernhof Chueweid in Drälikon untersagt werden. Der Landwirt Martin Schuler plant auf seinem Hof in der Reussebene bekanntlich einen neuen Stall für seine Jersey-Rinder.

Nun liegt die Stellungnahme des Hünenberger Gemeinderats zur Petition vor. Darin bestätigt er, dass das Projekt der Interfarm GmbH, welches in der Petition angesprochen wird, nicht mehr aktuell ist. Die Interfarm GmbH von Bauer Martin Schuler habe dieses seit der Vor­projektphase nicht weiterbearbeitet. Der Milchbauer und SVP-Kantonsrat hatte bereits im letzten September gegenüber unserer Zeitung betont, sein Projekt redimensioniert zu haben. Wichtig sei für ihn, die neue Halle ausserhalb der Grundwasserschutzzone zu realisieren. Der bestehende Stall befindet sich in dieser Zone, was ein Problem darstellt.

Priorität hat Umsiedlung aus Gewässerschutzzone

Laut der Mitteilung der Gemeinde hat auch Martin Schuler eine Stellungnahme zur Petition eingereicht. Darin hält er unter anderem fest, dass die Umsiedlung der Milchviehhaltung aus der Gewässerschutzzone Priorität habe und dass es sich beim vom Verein Fluid Spirit angesprochenen Projekt um ein Vorprojekt im Rahmen der Planungsphase handelt. Die vom Verein ausgearbeitete Visualisierung des Projekts sei überdimensioniert und die Umgebungsbegrünung entspreche nicht dem geplanten Vorhaben. Zudem sei vom Verein die Anzahl Kühe verdoppelt worden.

Der Gemeinderat legt in seiner Beantwortung kurz dar, wie solche Projekte üblicherweise ablaufen und bearbeitet werden. «Wenn in der Landwirtschaftszone gebaut werden will, bedingt dies immer auch die Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen», schreibt er. «Ein mögliches Bauvorhaben in der vom Verein Fluid Spirit angesprochenen Grösse bedingt den Erlass einer landwirtschaftlichen Spezialzone.»

Bei der Bewilligung berücksichtige man die Interessen der Bevölkerung, das Tierwohl, die rechtlichen Vorgaben und den umweltschonenden Umgang der Landschaft. Der Erlass einer landwirtschaftlichen Spezialzone bedingt eine Zonenplanänderung, über welche die Hünenberger Stimmbevölkerung zu befinden hat. Zudem kann sie im Rahmen der vorgeschriebenen öffentlichen Mitwirkung ihre Meinung einbringen. Schliesslich, so betont der Gemeinderat, stehen im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens die entsprechenden Rechtsmittel zur Verfügung. «Der Gemeinderat ist überzeugt, mit diesem Vorgehen und dem Einbezug der Bevölkerung ein Projekt wie das der Interfarm GmbH transparent und offen zu bearbeiten.»

Projekt von vornherein verhindern ist nicht möglich

Grundsätzlich sei der Gemeinderat daran interessiert, dass der heutige Milchwirtschaftsbetrieb aus der Grundwasserschutzzone hinaus verlegt werde, heisst es abschliessend. «Der Gemeinderat ist sich aber auch bewusst, dass es sich dabei um ein ausgewogenes Projekt handeln muss, das sich gut in die Landschaft einfügt und den Interessen aller Beteiligten bestmöglich Rechnung trägt.» Man habe aber keine Möglichkeit, ein Projekt, das sich an die geltenden Gesetze halte, von vornherein zu verhindern, wie dies von den Petenten verlangt werde. Der Petition sei deshalb keine Folge zu geben.

Fest steht: Die Neubaupläne in Drälikon werden die Gemeinde Hünenberg noch länger beschäftigen. Martin Schuler sagte im letzten September, er gehe davon aus, dass er alle Grundlagen für sein Projekt im Laufe des Jahres 2020 zusammengetragen habe.

Auf www.chueweid-huenenberg.ch informiert der Bauer über sein Vorhaben.