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URTEIL: Dreimal ins gleiche Geschäft eingebrochen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein Rumäne mehrfach in die Data Quest AG in Zug einbrach. Das Urteil fiel deutlich höher aus als der Antrag der Staatsanwaltschaft. Mit der Landesverweisung begibt sich das Gericht auf dünnes Eis.
Einbrecher (Symbolbild: Walter Bieri)

Einbrecher (Symbolbild: Walter Bieri)

An Vorstrafen mangelt es dem 32-jährigen Rumänen, der am Donnerstag vor dem Zuger Strafgericht stand, nicht. So wurde er in Österreich bereits zweimal verurteilt, und auch im Kanton Zug sass er schon in Haft. Erst im Juni 2016 war er in das Geschäft der Data Quest AG an der Baarerstrasse in Zug eingebrochen. Wieder auf freiem Fuss machte er dasselbe wieder – und zwar sogar zweimal. Sowohl am 6. März wie auch am 1. Mai 2017 wurden jeweils gegen vier Uhr in der Nacht die Glasscheibe der Eingangstüre mit einem Strassenpoller zerschlagen und diverse Apple-Produkte mit einem Verkaufswert von etwa 37 000 Franken entwendet.

Die Staatsanwaltschaft sah es auch aufgrund der Vorgehensweise als erwiesen an, dass beide Male der Osteuropäer der Täter war. Er gestand jedoch nur die zweite, nicht aber die erste Tat. Und blieb auch dabei, als Einzelrichter Marc Siegwart ihn noch einmal auf die Beweislast aufmerksam machte und ihn daran erinnerte, dass er auch bei seinem ersten Einbruch 2016 die Tat erst lange leugnete, um diese dann doch zuzugeben.

Wie kamen die Abdrücke auf den Poller?

Ein weiterer Beweis der Staatsanwaltschaft: seine DNA-Spuren, die nach der Tat vom 6. März auf dem Poller gefunden wurden. Laut ihm kamen diese aber dorthin, weil er den Poller einige Zeit zuvor im Vorbeilaufen gestreift habe. Sein Verteidiger sagte dazu: «Einbrechen ohne Handschuhe ist nicht die Handschrift meines Mandanten.» Laut Staatsanwaltschaft hätten die Spuren aber gar nicht so lange Zeit auf dem Poller überdauert, sondern sich aufgrund der Witterung zersetzt.

Als Grund für seine Diebeszüge gab der Rumäne dann an, rund 5000 Euro Schulden zu haben. Zudem habe er aufgrund des Brexit seine Anstellung in England verloren. Und in Rumänien selbst gebe es nur wenig Lohn. «Sein Motiv war der nackte Kampf ums Überleben», sagte sein Verteidiger dazu anschliessend in seinem Plädoyer. Die Staatsanwaltschaft hingegen warf dem Beschuldigten gewerbsmässigen Diebstahl in Verbindung mit Sachbeschädigung, mehrfachem Hausfriedensbruch und Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz vor. Widerhandlungen deswegen, weil der Rumäne gar nicht mehr hätte in die Schweiz zurückkehren dürfen. Es war ein Landesverweis bis 2018 gegen ihn ausgesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten und einen Landesverweis von fünf Jahren. Sein Verteidiger forderte eine deutlich tiefere Freiheitsstrafe von höchstens achteinhalb Monaten ohne Landesverweis.

Kein tieferes Strafmass möglich

Das Urteil von Strafrichter Siegwart lag über der Forderung der Staatsanwaltschaft. «Ich bin vollständig überzeugt, dass Sie beide Einbrüche begangen haben.» Der Rumäne muss, vorbehaltlich er legt innert Frist keine Berufung ein, für 16 Monate unbedingt ins Gefängnis. Zudem wird er für acht Jahre des Landes verwiesen. Des Weiteren muss er dem Nebenkläger, der Data Quest AG, eine Entschädigung zahlen. «Ein tieferes Strafmass war aufgrund der Rechtslage gar nicht möglich und auch dieses ist noch milde», so Richter Siegwart. Bezüglich Wegweisung kenne er die Diskussionen, ob diese auch für EU-Bürger angewendet werden könne (siehe Box). Nach seiner Einschätzung ginge es aber nicht anders. «Wenn Sie sich noch mal etwas zu Schulden kommen lassen, werden Sie dann lebenslang verwiesen», sagte er abschliessend zum Angeklagten. (cg)

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