Uster sieht in Tragödie von Oslo ein politisches Attentat

Das Attentat von Oslo sei genauso minutiös geplant gewesen wie jenes von Zug, sagt der ehemalige Regierungsrat Hanspeter Uster in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag».

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Hanspeter Uster. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hanspeter Uster. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)


Uster überlebte das Zuger Attentat von 2001 schwer verletzt. Man könne weder in Oslo noch in Zug von einem Amoklauf sprechen: «Diese Ereignisse geschahen nicht im Affekt.» Es handle sich gerade in Norwegen um einen «gezielten Anschlag auf die Institutionen». Das sozialdemokratische Sommerlager sei ein Ausdruck von aktiven und zukünftigen Menschen in der Politik gewesen: «Das hat man jetzt umgebracht, einfach ausgelöscht», so Uster: «Das hat im symbolischen Sinn eine ungeheure Sprengkraft. Das ist absolut erschreckend. Es geht ins Herz unseres Zusammenlebens.»

Für solche Täter gebe es einen politischen Nährboden. «Wenn es Ressentiments gegen bestimmte Ethnien oder Glaubensrichtungen gibt, kann das zu Hass führen», so der grüne Politiker. Angesprochen auf seine Stimmungslage mit Blick auf Oslo sagt Uster: «Ich bin wie gelähmt und blockiert. Neben dem Schock und der Anteilnahme. Es ist für mich schwierig, dieses Ereignis fassen zu können.»

Aus der eigenen Erfahrung wisse er aber, «wie es uns geholfen hat, von einer grossen Anteilnahme getragen zu werden». Man merke, nicht allein zu sein: «Das ist ganz wichtig.» Das könne für die Betroffenen eine Kraft entfalten. «Es hat eine kollektive Dimension bekommen. Man ist wie von einer Wolke umfangen, aber im positiven Sinn.»

pd / kst