V-ZUG: Das Grossprojekt geht in die nächste Runde

Auf dem Areal wird ein neuer Stadtteil entstehen. Nun hat die Bebauerin ihr Gesuch bei der Stadt eingereicht und drei Szenarien ausgearbeitet.

Samantha Taylor
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Auf dem Areal der V-Zug sollen Start-ups, Forschungs- und Ausbildungsstätten sowie zusätzliche Industrie­firmen einziehen. (Bild: Visualisierung PD)

Auf dem Areal der V-Zug sollen Start-ups, Forschungs- und Ausbildungsstätten sowie zusätzliche Industrie­firmen einziehen. (Bild: Visualisierung PD)

Auf dem V-Zug-Areal soll bis 2030 ein völlig neuer Stadtteil entstehen – sozusagen eine Stadt in der Stadt. Dabei legt die Bebauerin, die V-Zug, den Fokus auf die Industrie. Sie will nämlich ihren eigenen Produktionsstandort auf dem Grundstück weiter ausbauen – teilweise auch mit mittelgrossen Hochhäusern. In den Grundzügen ist auf dem Areal ein Zentrum für Technologie und Innovation geplant, das einen Technologiecluster bieten soll. So ist vorgesehen, dass in dem neuen Stadtteil zusätzliche Industriefirmen, Start-ups sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen einziehen. Daneben sind aber auch Büros, Wohnungen und öffentliche Nutzungen geplant. Entwickelt haben das Projekt die Zürcher Architekten Hosoya Schaefer (wir berichteten).

Das Vorhaben geht inzwischen in eine nächste Runde. Die V-Zug hat vor kurzem bei der Stadt das Gesuch für das Bebauungsplanverfahren eingereicht. «Wir haben bei der Stadt eine weiterentwickelte Vorlage des Projekts eingereicht. Gemeinsam werden wir nun den Bebauungsplan soweit ausarbeiten, dass er auch öffentlich präsentiert werden kann», erklärt Beat Weiss, Geschäftsführer V-Zug Immobilien AG.

Vieles ist noch offen

Seit der letzten Präsentation des Projekts Anfang Jahr sei einiges konkretisiert worden, erklärt Weiss weiter. «Es ging beispielsweise um die Festlegung der Strassenachsen auf dem Areal, die Definition der Baufelder – also wo soll welche Nutzung entstehen – und die Festlegung der öffentlich zugänglichen Räume.» Bei der gesamten Planung sei man immer von den Bedürfnissen der Industrie ausgegangen. «Wir mussten uns fragen, was ist für die logistischen Abläufe sinnvoll und wie können wir Effizienz erreichen?» Aus diesem Grund seien zusammenhängende Industriebaufelder entstanden, so Weiss weiter.

Trotz der vertieften Planung ist bei dem Projekt auch noch vieles offen. Und das müsse auch so bleiben. «Industrie ist auf eine hohe Flexibilität angewiesen», sagt Beat Weiss. Darum habe man als Grundlage für den Bebauungsplan drei Szenarien ausgearbeitet, in denen vor allem die genannten Punkte definiert wurden. An diesen Szenarien müsse man festhalten können. «Wir können uns nicht festlegen», sagt Weiss. Grund dafür sei einerseits, dass man abwarten müsse, wie sich die eigene Produktion weiter entwickle. «Es geht darum, zu definieren, welche Produkte wir fertigen und mit welcher Technologie wir arbeiten. Das ist ein laufender Prozess.» Daneben sei der Ausbau des Areals auch davon abhängig, welche Industriefirmen man anziehe und welche Bedürfnisse diese mitbringen.

Rechtsgültiger Plan bis 2016

Das Gesuch der V-Zug wird nun bei der Stadt geprüft. «Der Stadtrat muss beschliessen, ob er das Bebauungsplanverfahren einleiten will oder nicht. In diesem Fall ist das eine formelle Sache», erklärt Stadtplaner Harald Klein. Er geht davon aus, dass der definitive Beschluss Anfang Dezember vorliegen wird. Parallel dazu arbeite die Stadtplanung aber bereits jetzt mit der V-Zug am eigentlichen Bebauungsplan. «Wann dieser vorliegt, ist heute schwierig abzuschätzen», so Klein. Nach seiner Ausarbeitung wird er zur Beratung sowohl dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug wie auch der Regierung vorgelegt. Die V-Zug ihrerseits hofft, dass bis Ende 2016 ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt.