Leserbrief

Väter sollen gleich viel Zeit für ihre Kinder haben

Zum Vaterschaftsurlaub

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Frau und Mann dürfen nicht aufgrund traditioneller Rollenverteilungen und Geschlechterstereotypen unterschiedlich behandelt werden. Dies sagt unsere Bundesverfassung. Was sagt aber die heutige Gesellschaft zu Rollenverteilungen zwischen Frau und Mann? Da wir in einer modernen Gesellschaft leben, ist eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Strukturen notwendig. Es ist an der Zeit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die Geburt eines Kindes eine freie Entscheidung bezüglich der gewünschten Familienstruktur zulässt. Werden Väter gleichberechtigt unterstützt, die Bindung zum frisch geborenen Kind aufzubauen? Werden Väter gleichberechtigt unterstützt, die aktive Rolle in der Betreuung der Kinder einzunehmen? Werden Mütter gleichberechtigt unterstützt, ihre berufliche Tätigkeit nach einer Geburt wieder aufzunehmen? Die Antwort: Nein. Väter erhalten gleich viel Urlaub wie bei einem Wohnungsumzug – einen einzigen Tag. Studien konnten zeigen, dass eine frühe und enge Bindung zwischen Eltern und Kindern prägend für die Kindheit sein kann. Diese frühe Bindung bedingt, dass Väter nach der Geburt ihres Kindes die Möglichkeit haben, länger zu Hause zu bleiben. Es soll den Vätern nicht vorenthalten werden, ihr frisch geborenes Baby in den Armen halten zu dürfen. Zudem werden die Mütter entlastet, und ihre berufliche Reintegration wird unterstützt. Funktionierende Familien sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, aber auch unserer Wirtschaft. Der Vaterschaftsurlaub ist eine Investition in funktionierende, gleichberechtigte Familienstrukturen. Daher braucht es am 27. September ein Ja zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub.

Irene König, SP, Risch-Rotkreuz