Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VATERSCHAFTSURLAUB: Mehr als festgeschrieben, weniger als gefordert

Zwischen fünf und zehn Ferientagen erhalten frischgebackene Väter vielerorts im Kanton Zug. Gegenüber der Initiative zeigen sich einige kritisch.
Samantha Taylor
Heute wird die Initiative «für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» eingereicht. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone (27. September 2016))

Heute wird die Initiative «für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» eingereicht. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone (27. September 2016))

Beim Thema Vaterschaftsurlaub findet sich die Schweiz aktuell nicht gerade unter den Pionieren. Wer Vater wird, erhält per Gesetz nach der Geburt des Kindes lediglich einen Ferientag. Heute wird in Bern eine nationale Initiative eingereicht, die das ändern will. 20 bezahlte Ferientage sollen Vätern künftig im ersten Jahr zustehen (Ausgabe von gestern). Eine Umfrage bei einigen Zuger Unternehmen zeigt: Die meisten der Befragten gewähren bereits mehr bezahlte Ferientage als von Gesetzes wegen vorgegeben. Sie liegen aber allesamt deutlich unter den geforderten 20 Tagen.

Fünf Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub gibt es beim Tra­ditionsunternehmen Bossard. Wann man diese während des ersten Jahres beziehe, stehe den Mitarbeitern frei, sagt Jacqueline Kaufmann, Leiterin Human Resources. «Die Feedbacks der Mitarbeiter sind sehr positiv. Es wird geschätzt, dass wir diese freiwillige Leistung anbieten.» Ebenfalls fünf Tage gibt es seit diesem Jahr bei GGZ@Work. Davor waren es drei. «Bei uns gilt Jahresarbeitszeit. Es ist also möglich, in dieser Zeit zu kompensieren», sagt Anita Schillinger, Personalverantwortliche. Fünf Tage gibt es auch bei V-Zug. Zusätzlich könnten, wie es seitens des Unternehmens heisst, maximal vier Wochen unbezahlter Vaterschaftsurlaub bezogen werden.

Etwas mehr gewährt Roche Diagnostics in Rotkreuz. Dort beträgt der bezahlte Vaterschaftsurlaub sechs Tage. «In Absprache mit dem Vorgesetzten kann ein unbezahlter Urlaub von zehn zusammenhängenden Tagen bezogen werden», sagt Mediensprecherin Karin Freyenmuth. Zehn Tage erhalten Väter bei der Zuger Kantonalbank. Der Urlaub muss aber innerhalb eines Monats ab Geburt bezogen werden.

Kritische Stimmen zur Initiative

Unter den grösseren Zuger Gemeinden treffen frischgebackene Väter in der Stadt Zug die besten Bedingungen an. Seit 2011 er­halten sie nämlich zehn Tage Urlaub, die spätestens sechs Monate nach der Geburt bezogen werden müssen. In den Gemeinden Cham, Baar und Risch gibt es fünf Tage. Diesen Rahmen hat sich auch der Kanton Zug gesteckt. Der Kanton habe sich bei der Festlegung 2008 an den Regelungen anderer – insbesondere öffentlicher – Arbeitgeber orientiert, sagt Finanzdirektor Heinz Tännler. Zu den Forderungen der Initiative äussert sich der Finanzdirektor zurückhaltend. Er betont dabei jedoch: «Die Vereinbarkeit zwischen Arbeits- und Privat­leben, wozu insbesondere auch die Familienarbeit gehört, war und ist dem Regierungsrat ein wichtiges Anliegen seiner Personalpolitik.» Der bezahlte Vaterschaftsurlaub sei nur ein Element einer familienfreundlichen Personalpolitik. Weitere wichtige Elemente seien die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeit, der Teilzeitarbeit auf allen Stufen, der Möglichkeit von Home-Office oder der Bezug von unbezahltem Urlaub. «Alle diese Elemente hat der Kanton Zug in seinen Personalerlassen in fortschrittlicher Weise geregelt, wodurch diese als Gesamtpaket wirken.»

Wenig Chancen räumt Anita Schillinger der Initiative ein. «Ich kann mir vorstellen, dass es das Anliegen schwer haben wird – vor allem aufgrund des aktuellen Spardrucks, der vielerorts und auch beim Bund herrscht.» Ihrer Ansicht nach wäre es sinnvoller, den Mutterschaftsurlaub flexibler zu handhaben, sodass eine gewisse Anzahl Wochen von der Mutter oder dem Vater eingezogen werden könnte. Auch bei Bossard gibt man sich kritisch. «Eine solche Regelung wäre bei uns und wohl auch bei anderen schwierig umzusetzen – aus organisatorischen Gründen», sagt Jacqueline Kaufmann.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.