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Veränderungen als Chance im Schluechthof Cham

An der Diplomfeier des Schluechthofs wurden mehrere Auszeichnungen für sehr gute Noten vergeben. Ein Lehrer wählte ein spezielles Outfit, um seine Botschaft an die Absolventen zu unterstreichen.
Christopher Gilb
Fidel Huber (Dritter von links) schloss mit der besten Gesamtnote ab, was honoriert wurde. (Bild: Christopher Gilb, Cham, 26. Juni 2019)

Fidel Huber (Dritter von links) schloss mit der besten Gesamtnote ab, was honoriert wurde. (Bild: Christopher Gilb, Cham, 26. Juni 2019)

Als Franz Müller bei der Diplomfeier des Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums (LBBZ) Schluechthof am 26. Juni die Bühne betrat, ging ein kurzes Raunen durchs Publikum. Denn der Teamleiter Weiterbildung trug statt einer Anzugshose kurze Bermudashorts zu seinem Hemd. Bis am Vorabend habe seine Rede noch ein anderes Thema gehabt, hitzebedingt habe er es dann angepasst. Müller referierte darüber, wie wichtig es sei, in der Landwirtschaft Neues zu probieren und etwas zu wagen. Etwa neue Produkte auszuprobieren oder beispielsweise einmal mit dem Nachbarn enger zusammenzuarbeiten. Und verwies auf seinen Auftritt als bestes Beispiel für so ein Wagnis. «Das kann auch mal in die Hosen gehen.» Aber lohne sich. Das Publikum lachte.

In Anzughosen hatte zuvor Rektor Martin Pfister das Publikum begrüsst. Seine Botschaft war aber eine ähnliche. Noch vor einigen Jahren begann er, hätte er die Aussage, dass die Schweizer vollumfänglich hinter ihrer Landwirtschaft stehen würden, unterschreiben können. Nun nicht mehr gänzlich. Konsumenten seien kritischer geworden. Dies erinnre ihn an die Zeit, als er ein Bub gewesen sei, als auch Vieles in Frage gestellt worden sei. Als Reaktion darauf seien dann beispielsweise die Käfighaltung verboten und die Nährstoffbilanz eingeführt worden. «Sachen, auf die wir heute stolz sind.» Pfister empfahl deshalb, nicht pessimistisch zu sein, sondern Veränderung im «schönsten Beruf der Welt» als Chance wahrzunehmen und zu nutzen.

Qualitätsstandards verteidigen

Sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, empfahl Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut in ihrer Rede. «Die Schweiz braucht den innovativen Geist.» Und es hänge auch an den heute Diplomierten ab, ob die Schweiz in Zukunft ihre im Vergleich hohen Qualitätsstandards verteidigen könne.

Dafür sind die Schluechthof-Absolventen und -Absolventinnen wohl derzeit auf einem guten Weg. Alle 16 bestanden ihre Abschlussprüfung und die Lehrkräfte konnten gleich mehrere Auszeichnungen vergeben. An Fidel Huber beispielsweise, der mit einer Gesamtnote von 5,5 abschloss und dafür eine Kuhglocke erhielt. Oder den Zweitplatzierten Reto Auf der Maur, der für seine Note 5,4 ebenfalls eine Kuhglocke mit nach Hause nehmen durfte. Und Reto Michel, Pirmin Schmid, Livia Meier und Michael Roth, die alle eine Gesamtnote von 5,3 erreichten und dafür eine Bohrmaschine erhielten.

Ein gutes Image

Ebenfalls feierlich ihre Diplome erhielten die Absolventinnen der höheren Berufsbildung Bäuerinnen und die Absolventen und Absolventinnen der Höheren Fachschule. Auch hier wurden die Besten mit einem Preis geehrt. Die Lehrkräfte jedenfalls zeigten sich sehr zufrieden, auch was das Image ihrer einstigen Schützlinge betrifft. Wieso das so ist, zeigte Martin Abt, Leiter der Grundbildung, exemplarisch mit Hilfe einer Anekdote auf. Es ging nicht um Shorts, dafür um anständige Kleidung: «Man stelle sich vor, man kommt zur Klasse und ein Grossteil trägt ein Hemd.» Es sei halt «Hemdli-Mittwoch», sei darauf dem positiv überraschten Lehrer von der Klasse erklärt worden, so Abt.

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