Leserbrief
Verbote fordern, ist zu einfach

Zum Rauchverbot im Auto

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie Politiker das Heil in Verboten suchen: Nun wollen die Grünliberalen ein Rauchverbot am Steuer. Nein, nicht nur wenn Kinder mitfahren, sondern generell. Meine lieben Grünliberalen, ihr seid nicht konsequent. So löst ihr das Problem der Ablenkung nicht: Verbietet Frauen mit Miniröcken auf den Gehsteigen, die lenken noch mehr ab und alle Reklamen, und alle Berge, Sehenswürdigkeiten und alles andere, was ablenkt. Würdet ihr nur ein wenig nachdenken, statt zu verbieten, würdet ihr merken, dass die einzige Lösung ist, auf beiden Seiten der Strassen ein vermintes Minenfeld von einem Kilometer Breite zu fordern. So könnt ihr die Ablenkung vielleicht vermindern. Zudem dürften nur noch sehr intelligente Menschen Auto fahren. Allen chronisch Kranken, allen Cholerikern, allen etwas zerstreuten Professoren müsste man den Ausweis wegnehmen. Wenn ihr schon Verbote fordert, dann bitte überlegt und lösungsorientiert, «Halbpatziges» bringt uns nicht weiter. Ich staune immer wieder, wie Politiker nur verbieten wollen, statt nachzudenken, und zwar in allen Parteien. Dass sie sich liberal nennen, grenzt an Frechheit. Liberal heisst nicht keine Regeln, wie es die Neoliberalen glauben, sondern dort zu regeln und unter Umständen zu verbieten, wo es sinnvoll ist, und wenn sich eine Regelung oder ein Verbot als falsch erweist, eine neue Lösung zu suchen. Liberal sein ist nicht einfach, denn liberales Denken ist ein ständiges Suchen nach Lösungen unter Inkaufnahme des Scheiterns und des Neubeginnes

Michel Ebinger, Rotkreuz