VERBRECHEN: Zuger Rentnerpaar vereitelt Enkeltrick-Betrug

Dank des aufmerksamen Handelns eines Rentners konnte ein Betrugsversuch über 80'000 Franken vereitelt werden. Der mutmassliche Betrüger gab sich als Bekannter aus.

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(Symbolbild Nadia Schärli/Neue LZ)

(Symbolbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Gemäss Aussagen des Rentnerpaars rief der mutmassliche Betrüger am Dienstag um zirka 14.30 Uhr an und sprach in akzentfreiem Hochdeutsch: «Erkennst du meine Stimme nicht?» Daraufhin fragte die Frau, ob er Jürgen sei, weil sie davon ausging, dass es sich beim Anrufer um einen Bekannten aus Deutschland handeln könnte, wie die Zuger Polizei mitteilt. Der Anrufer bejahte dies. Im Verlauf des Gesprächs erklärte er, dass er soeben für 500'000 Franken am Paradeplatz in Zürich eine Wohnung gekauft habe und nun eine Anzahlung in Höhe von 150'000 Franken leisten müsse. Weil er aber nur 70'000 Franken habe, bat er die Frau um die restlichen 80'000 Franken. Er bräuchte diesen Betrag ganz dringend, sagte der Anrufer.

Daraufhin übergab die Frau den Hörer ihrem Mann. Der Anrufer fragte nun diesen, ob er am Abend vorbeikommen könne, um das Geld abzuholen. Der Ehegatte verneinte das jedoch und bot ihm stattdessen an, die Angelegenheit am Nachmittag zu besprechen. Daraufhin wurde die Telefonverbindung abgebrochen. Am nächsten Tag orientierte das Paar die Polizei.

Es handelt sich um den ersten Enkeltrick-Versuch dieses Jahres im Kanton Zug. Bereits im November 2008 konnte in Steinhausen ein Enkeltrick erfolgreich vereitelt werden (siehe Artikelverweis).

Die Zuger Polizei warnt vor Enkeltrickbetrügern:

  • Gehen Sie nicht auf telefonische Geldanfragen von angeblichen Verwandten oder Bekannten ein. 
  • Informieren Sie unverzüglich Angehörige und die Polizei.
  • Beziehen Sie keine grossen Geldbeträge in bar.
  • Beantworten Sie kritische Fragen des Bankpersonals korrekt.
  • Legen Sie mit Ihrer Bank Bezugslimiten fest. 
  • Vereinbaren Sie allenfalls mit Ihren Angehörigen eine Kollektivunterschrift für Ihr Konto und übertragen Sie ihnen die Zugriffsrechte.
  • Sollten Sie dennoch Opfer eine Straftat werden, informieren Sie die Polizei. Merken Sie sich Angaben zur Täterschaft (Aussehen, Stimme, Telefonnummer, Fahrzeug, Kontrollschild). Dies erleichtert eine erfolgreiche Fahndung.

scd