VERBRECHENSBEKÄMPFUNG: Zürich verdient dank Spezialisten Millionen

Seit fünf Jahren jagen im Nachbarkanton sieben Polizisten und zwei Staatsanwälte nach Diebesgut. Jetzt zieht Zug nach.

Freddy Trütsch
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Die so genannte Vermögensabschöpfung «erzeugt eine hohe general- und spezialpräventive Wirkung», weiss der leitende Zuger Oberstaatsanwalt Christoph Winkler. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Die so genannte Vermögensabschöpfung «erzeugt eine hohe general- und spezialpräventive Wirkung», weiss der leitende Zuger Oberstaatsanwalt Christoph Winkler. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Bisher ging dem Staat, aber auch den Geschädigten sehr viel Geld verloren, weil Polizei und Staatsanwaltschaft Vermögenswerte nicht einzogen, wie es das Strafgesetz eigentlich vorschreibt. Doch warum bloss? Es liege wohl an der Betriebsstruktur, an fehlendem Personal oder fehlendem Wissen, erklärt Regierungsrat Beat Villiger. Doch das wolle man jetzt im Kanton Zug ändern – noch in diesem Jahr.

Gestartet wurde das Projekt «Vermögensabschöpfung» im Mai 2012. Dies kam insofern nicht überraschend, als der Zuger Oberstaatsanwalt Christoph Winkler – er trat sein Amt im August 2011 an – zuvor in Zürich Projektleiter einer gleichen Gruppe war. Sie arbeitete unter dem Motto: «Crime doesn’t pay», was so viel heisst wie Verbrechen lohnt sich nicht. Winkler betonte bei seinem Stellen­antritt gegenüber unserer Zeitung: «Die Vermögensabschöpfung erzeugt eine hohe general- und spezialpräventive Wirkung. Sie ist ein äusserst wirksames Mittel, die Täter dort zu treffen, wo es ihnen wirklich wehtut – bei ‹ihrem Vermögen›.»

Dass es sich lohnt, Vermögen wieder einzuziehen oder Ersatzforderungen anzuordnen – falls das Diebesgut noch vorhanden oder das illegale Vermögen nicht verbraucht ist –, zeigt das Beispiel Zürich. Dort sind seit 2009 neun Spezialisten, darunter sieben Polizisten und zwei Staatsanwälte, allein mit dieser Aufgabe beschäftigt. Erste Schätzungen gehen von einem Vermögen von zehn Millionen Franken aus, das die Einziehungsspezialisten sicherstellen.