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Verein will Investor in Unterägeri in die Knie zwingen

Der neugegründete Verein Pro Sankt Anna will verhindern, dass in der Überbauung «Am Baumgarten» kommerzielle Residenzwohnungen entstehen. Der Investor sagt, er habe die Webseite des Vereins mit Bedauern zur Kenntnis genommen.
Christopher Gilb
Für Haus G, das grösste Haus der Überbauung am Baumgarten, gilt weiterhin ein Baustopp. (Bild: Stefan Kaiser, Unterägeri, 22.Oktober 2018)

Für Haus G, das grösste Haus der Überbauung am Baumgarten, gilt weiterhin ein Baustopp. (Bild: Stefan Kaiser, Unterägeri, 22.Oktober 2018)

«Die Behörden werden aufgefordert, das Baugesuch der Bonainvest AG abzulehnen», so die Kernforderung einer Petition zu Händen des Gemeinderats Unterägeri. Diese kann über die Homepage des neugegründeten Vereins Pro Sankt Anna heruntergeladen oder gleich online unterzeichnet werden. Stand Montagmittag: 15 Personen haben dies online schon getan.

Der Verein ruft zum Widerstand gegen das Nutzungsänderungsgesuch der Bonainvest AG auf. Diese will statt des einst geplanten Kinderhotels Babalou in einem Gebäude der Überbauung «Am Baumgarten» nun sogenannte Residenzwohnungen bauen. Der Gemeinderat prüft derzeit das entsprechende Gesuch. Innert Frist waren neun Einsprachen dazu eingegangen (Ausgabe vom 13. November).

«Kommerzielle Residenzen ohne Mehrwert»

Die Gründung des Vereins kommt wenig überraschend. Zu gross ist die Enttäuschung im Dorf, dass es nun auf dem Areal des ehemaligen Annahofs doch kein Kinderhotel geben wird, zu gross die Sorge, vom Investor gutgläubig über den Tisch gezogen worden zu sein. Bereits an der Informationsveranstaltung im August hatte einer der Kritiker, Oswald Iten, Plaketten verteilt. Darauf stand: «Bonainvest, so nicht!» Er hatte damals angekündigt, dass man sich organisieren wolle. Nun ist Oswald Iten im Vorstand des Vereins Pro Sankt Anna. Als Präsident fungiert Thomas Hess, der als unmittelbarer Nachbar der Überbauung auch einspracheberechtigt ist, drittes Vorstandsmitglied ist Judith Hugener.

«Der Investor führt bloss noch die Realisierung rein kommerzieller Altersresidenzen ohne Mehrwert für die Allgemeinheit im Schilde», steht in der Mitteilung zur Gründung. Insgesamt genüge das Konzept keineswegs den Ansprüchen einer betreuten Altersresidenz, welche die Gewährung der stark erhöhten Ausnützungsziffer rechtfertige. Der Verein bekundet, den Gemeinderat unterstützen zu wollen, um entsprechende Zusagen vom Investor zu bekommen. Eine Vereinbarung war dem Baugesuch zwar beigelegt worden, jedoch nur als Entwurf.

Investor sieht Desinformation

Des Weiteren verlangt der Verein: «Versprechungen wie etwa die Einrichtung eines Restaurants, Räumlichkeiten zu Gunsten der Allgemeinheit, eines Streichelzoos und eines Kinderspielplatzes einzuhalten.» Ziel sei, dass die Überbauung den Einwohnern der Gemeinde zugutekomme. Der Investor hatte zwar bekundet, dass fürs Sockelgeschoss weiterhin ein öffentlicher Bereich geplant sei, ging aber bis anhin nicht viel weiter ins Detail.

Bei Bonainvest-Chef Ivo Bracher kommt die Vereinsgründung nicht gut an: «Wir haben die Webseite mit Bedauern – insbesondere da nachweislich viele Falschinformationen aufgeführt sind – zur Kenntnis genommen», schreibt er. Da er erwiesenermassen für Gespräche und für eine tragfähige Konsenslösung offen sei, erstaune diese Art der Aggression und teilweisen Desinformation. «Es gelten aber auch für Unterägeri baurechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, welche die Spielregeln festlegen und sich durchsetzen werden», so Bracher weiter.

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