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Der Berufsalltag belastet sie: Pflegerinnen sprechen am Podium über die Pflege-Initiaitive

Bei einem Podium der SP Frauen Kanton Zug stand die Pflege-Initiative im Zentrum.

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Die Podiumsteilnehmerinnen; von links: Inez Huwyler, Tanja Wolleb, Dipl. Pflegefachfrauen HF, Virginia Köpfli, Präsidentin SP Frauen Kanton Zug, Magdalena Carlen, Dipl. Pflegefachfrau HF, Amélie Krause, Pflegepraktikantin.

Die Podiumsteilnehmerinnen; von links: Inez Huwyler, Tanja Wolleb, Dipl. Pflegefachfrauen HF, Virginia Köpfli, Präsidentin SP Frauen Kanton Zug, Magdalena Carlen, Dipl. Pflegefachfrau HF, Amélie Krause, Pflegepraktikantin.

Bild: PD

Der Diskussionsabend der SP Frauen zur Pflege-Initiative war ein besonderer Anlass. Kein Politpodium mit Schlagabtausch und plakativen Forderungen. Nicht Politikerinnen standen im Rampenlicht, sondern drei Zuger Pflegefachfrauen und eine Praktikantin. Sachlich und ungeschönt erzählten sie aus ihrem Pflegealltag und darüber, mit welchen Schwierigkeiten sie täglich konfrontiert sind. Die chronische personelle Unterbesetzung war das grösste Thema.

Unweigerlich ergaben sich auch immer wieder Einblicke, welche Auswirkungen der Pflegenotstand auf das Privatleben der Frauen hat. Das Gefühl, ständig verfügbar sein zu müssen, die Verantwortung, die psychische und physische Belastung setzen zu. Es sind authentische Worte wie jene von Tanja Wolleb: «Ich wünsche mir nichts mehr, als in den Beruf zurückzukehren, den ich so liebe. Aber ich weiss nicht, ob mein Körper das mitmacht», die auch Virginia Köpfli, Moderatorin und Präsidentin der SP Frauen Zug betroffen machen.

Auf die Frage, wieso der Gegenvorschlag nicht ausreicht, antworten die Betroffenen unisono: «Es nützt nichts, Millionen in eine Ausbildungsoffensive zu investieren, wenn dann 40 Prozent den Beruf wegen der Arbeitsbedingungen frühzeitig verlassen, 10 bis 20 Prozent aller Pflegenden mit Burn-out, Depressionen und Erschöpfung kämpfen.» Diese Aussage stützen auch eine Assistenzärztin im Publikum und Miriam Rittmeier, Präsidentin des SBK Zentralschweiz, welche auch im Publikum sitzt. Die Kosten, die durch Ausfälle und Fehler entstehen, seien gravierend. Diese könnten durch genügend ausgebildetes Personal verringert werden.

Der Diskussionsabend war der erste offizielle Anlass seit der Neugründung der SP Frauen Kanton Zug am 30. Juni. Die SP Frauen haben sich vorgenommen, Räume zu schaffen für Themen, die Frauen betreffen und bewegen. Die Anlässe sollen die Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen. Die Auftaktveranstaltung ist definitiv gelungen.

Für die SP Frauen Kanton Zug: Marilena Amato

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