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VEREINE: Wer nicht zahlt, der muss büssen

Helfer für Vereinsanlässe zu finden, ist schwierig. Nun setzen Fussballvereine auf Strafen. «Unangebracht», findet ein Fachmann.

«Es reicht eben nicht aus, nur ins Training zu kommen und Leistungen zu beziehen. So kann ein Verein wie der FC Baar nicht funktionieren.» Diese mahnenden Worte richtet Martin Pulver, Präsident des in der 2. Liga regional spielenden FC Baar, kürzlich in einem Schreiben an die Mitglieder. Der Verein ist mit rund 600 Aktiven der grösste Fussballverein im Kanton Zug. Doch trotz seiner Grösse wird es für den Vorstand des FC Baar immer schwieriger, Helfer für die verschiedenen Vereinsaktivitäten während des Jahres zu finden .

Nicht nur profitieren

Der FC Baar will deshalb die heute grassierende Profitiermentalität nicht mehr länger dulden. Jeder soll anpacken und nicht andere zahlen und arbeiten lassen. Die Lösung: Im September führt der FC Baar ein neues Helferkonzept ein. Dieses ist mit einem Bussensystem verknüpft. Wer seinen Helferpflichten – für das Gros der Aktiven zwei Einsätze pro Jahr – nicht nachkommt, bekommt eine Busse von 200 Franken aufgebrummt. Dies im Falle, dass er nicht erscheint und auch für keinen Ersatz besorgt ist.

Alle sollen anpacken

«Die Arbeit soll gerecht auf viele Schultern verteilt werden», verteidigt Martin Pulver das Konzept. «Es darf nicht sein, dass sich immer die gleichen Leute engagieren», ergänzt es Pulvers Vize Hubi Wyss. Er hat das Helferregime für den FC Baar ausgearbeitet. Oder besser kopiert, was er auch freimütig zugibt. Denn es ist nicht neu: Der SC Steinhausen (3. Liga) praktiziert ein ähnliches System schon seit drei Jahren.

Andreas Feyer-Krieger von der Stiftung Benevol, sie setzt sich für die Förderung der Freiwilligenarbeit ein, sagt zum Konzept: «Sind die Vereinsregeln bezüglich dieser Punkte von Beginn an klar, dann geht dies in Ordnung.» Auf wenig Verständnis stösst bei Feyer-Krieger allerdings das Bussensystem: «Strafen sind in der Freiwilligenarbeit unangebracht. Hier gibt es andere Möglichkeiten, um positiv auf die Motivation einzuwirken» Doch auch Feyer-Krieger betont, dass es fair gegenüber den anderen im Verein sei, wenn jeder etwas zum Fortkommen beitrage. Diesen Grundgedanken eines Vereins streichen auch Martin Pulver und Bruno Kamm heraus.

Marco Morosoli

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