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Rotes Kreuz Zug: «Unsere Stärke ist ganz klar der persönliche Kontakt»

Über 400 Menschen wählten 2020 den Rotkreuz-Notruf. Er bietet Sicherheit um die Uhr.

SRK Zug
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Maria Tanner hat den Knopf auch schon im Notfall drücken müssen.

Maria Tanner hat den Knopf auch schon im Notfall drücken müssen.

Bild: PD

Rosemarie Huber lacht: «Nein, gebraucht habe ich den Notruf noch nie.» Und fügt hinzu: «Gottseidank.» Die rüstige Seniorin ist eine von inzwischen Hunderten von Zugerinnen und Zugern, die mit dem Rotkreuz-Notrufsystem des SRK leben. Das System ist einfach erklärt: Wenn jemand Hilfe benötigt, sei es nach einem Sturz, bei akuten Krankheitssymptomen oder Schmerzen wird ein Handsender betätigt, der wie eine Uhr am Handgelenk getragen wird. Damit erreicht man direkt die Rotkreuz-Notrufzentrale, die je nach Situation rasche Hilfe organisiert. «Ich möchte im Notfall nichts dem Zufall überlassen», sagt die 88-Jährige. «Ich gehe zum Beispiel noch viel alleine laufen und auch da bin ich froh, das mobile Gerät dabei haben zu können.» Übrigens auch zur Beruhigung der Tochter «Sie macht das seit 8 Jahren, was mir ein gutes Gefühl der Sicherheit verleiht», erzählt die Tochter Andrea von Burg, die auch als Notrufberaterin für das SRK tätig ist.

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Als Notrufberaterin erläutert sie den Kunden die an sich einfache Bedienung des Notrufgerätes und nimmt die medizinisch relevanten Angaben sowie auch die im Notfall zu kontaktierenden Personen auf. Im Notfall muss alles sehr schnell gehen.

«Unsere Stärke ist ganz klar der persönliche Kontakt»

Das Notrufberatungsteam ist ein weiteres Herzstück der SRK-Dienstleistungen, die von der Geschäftsstelle an der Langgasse in Baar aus koordiniert werden. Bei Muriel Egg als Leiterin des Notrufs laufen alle Fäden zusammen. «Unsere Stärke ist ganz klar der persönliche Kontakt. Wenn es Unsicherheiten gibt, dann gehen unsere Notrufberater und Notrufberaterinnen vor Ort.» Was ihr an der Arbeit besonders Freude macht, ist zu sehen, dass Dank des Rotkreuz-Notrufs die Kundinnen und Kunden weiter ein gutes und selbstbestimmtes Leben zu Hause führen können. «Diese Sicherheit rund um die Uhr bringt auch eine Entlastung der Angehörigen mit sich. Zudem hat die ganze Gesellschaft einen Nutzen davon, wenn ältere Menschen möglichst lange zuhause leben und keine teuren Pflegeheimbetten belegen, was auch der Altersstrategie vieler Gemeinden entspricht », sagt Muriel Egg.

Maria Tanner aus Rotkreuz hatte bezüglich des Notrufes schon reale Erfahrungen gemacht. «Es war an Weihnachten. Da ist die ganze Familie zusammengekommen, mir wurde sehr schlecht und mein Sohn hat mich heimgefahren. Als er mich am nächsten Morgen wieder besucht hat, hat er den Knopf gedrückt», berichtet sie. Sie selbst sei etwas unsicher gewesen, ob sie drücken solle. Im Juli 2020 sollten ihr diese Erfahrungen helfen. «Ich hatte einen Herzinfarkt», berichtet Maria Tanner. «Ich glaube, der Notruf, den ich sofort betätigt habe, hat mir das Leben gerettet.» Dabei erfuhr die 84-Jährige übrigens noch von einem anderen Service des Zuger SRK: «Was ich nicht wusste, die haben einen Fahrdienst. Die sind prompt da. So nette Menschen.» Tanner wartet nun mit dem Knopf-Drücken auch nicht mehr bis etwas Schlimmes passiert. «Ich habe da schon einfach einmal eine medizinische Frage gestellt. Die Leute von der Zentrale sind sehr hilfsbereit und freundlich.»

Damit man auch sicher ist, dass alles funktioniert, prüft die Notrufzentrale alle 24 Stunden das Gerät. Der Kunde merkt davon nicht. Zudem wird empfohlen, einmal im Monat den Probealarm auszulösen. Und die Kosten? «Die sind je nach gewähltem Modell unterschiedlich», erklärt Muriel Egg. Denn es gibt Geräte nur für zuhause oder solche für zuhause und unterwegs. Wichtig ist: «Beim Roten Kreuz bieten wir einen Sozialtarif für Personen in finanziell bescheidenen Verhältnissen an.»

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