VERGLEICH: In Zug wirds bei Blechschaden teuer

Der Versicherungskonzern Axa Winterthur hat erhoben, wie viel Kollisionsschäden in den letzten fünf Jahren in den Schweizer Kantonen gemeldet wurden. Zug steht im Ranking nur auf Platz 15 – auch wegen der vielen teuren Autos.

Christopher Gilb
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Teurere Autos führen zu einer höheren Anzahl gemeldeter Schäden. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 4. März 2016))

Teurere Autos führen zu einer höheren Anzahl gemeldeter Schäden. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 4. März 2016))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Zum ersten Mal hat der Versicherungskonzern Axa Winterthur über einen Zeitraum von fünf Jahren die Frequenz der Kollisionsschäden in der Schweiz untersucht und diese mit der Durchschnittsfrequenz der Kantone verglichen. Jährlich gibt es rund 70000 Kollisionsschäden in der Schweiz. Wie aus dem Ranking hervorgeht, gab es am wenigsten Kollisionsschäden in diesem Zeitraum im Kanton Uri. Die Kollisionsfrequenz im Innerschweizer Kanton lag 25 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Auch im Kanton Luzern gab es im Vergleich relativ wenig Kollisionsschäden. Der Zuger Nachbarkanton liegt im Ranking auf Platz 2 und 15 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Der Kanton Zug jedoch liegt nur auf Platz 15, einen Platz vor dem Kanton Jura und einen Platz hinter dem Kanton Appenzell Ausserrhoden und damit nur 5 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Von den Zentralschweizer Kantonen befindet sich lediglich der Kanton Schwyz auf einer ähnlichen Position, dieser liegt in der Statistik auf Platz 12. Laut Axa-Experte Thomas Lang sei die Kollisionsfrequenz nicht nur vom Fahrverhalten der Autofahrer, sondern auch von diversen externen Faktoren abhängig. «Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen, beispielsweise in grösseren Städten, passieren natürlich auch mehr Kollisionen.» Dieser Umstand erkläre teilweise das gute Abschneiden der weniger dicht besiedelten Kantone wie Uri.

Zuger Polizei will auf Statistik 2016 warten

Die Bevölkerungsdichte könnte also mindestens schon einmal erklären, wieso der Kanton Zug schlechter abgeschnitten hat als der Kanton Luzern. Dieser hat zwar die grössere Hauptstadt, ist insgesamt aber weniger dicht besiedelt als der Kanton Zug. Laut Axa trage aber noch ein anderer Faktor zur Position von Zug bei: die vielen Luxuswagen im Kanton. «Es dürfte eine Rolle spielen, dass im Kanton Zug tendenziell mehr teurere Fahrzeuge eingelöst sind als in anderen Kantonen, was erfahrungsgemäss zu einer höheren Anzahl an gemeldeten Schäden führt und somit zu einer höheren Kollisionsfrequenz», sagt Axa-Sprecherin Anna Ehrensperger. Mit gemeldeten Schäden meint Ehrensperger, dass sowohl die Besitzer von Leasingautos als auch die Besitzer von teuren Wagen einen Schaden eher melden lassen als andere Autofahrer. Die Leasingquote ist laut dem Versicherer beispielsweise ein Grund für das schlechte Abschneiden der Kantone Basel Stadt und Tessin. In Zug kann es an dieser jedoch nicht liegen. Gemäss Axa liegt die Leasingquote im Kanton Zug leicht unter dem nationalen Durchschnitt und dürfte deshalb nicht ausschlaggebend sein.

Die Zuger Polizei will sich zur Platzierung des Kantons Zug im Ranking und zu möglichen Ursachen dafür nicht äussern. «Wir halten uns einzig an unsere Zahlen beziehungsweise Verkehrsstatistik und für Vergleiche an die gesamtschweizerischen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Studien von privaten Versicherungsgesellschaften kommentieren wir nicht – auch weil wir nicht wissen, wie diese ihre Zahlen erheben», sagt Mediensprecherin Judith ­Aklin. Und auch, ob es tendenziell dieses Jahr mehr Kollisionsschäden im Kanton als in den Vorjahren gebe, könne sie erst mit der Verkehrsstatistik 2016 beantworten, und diese liege erst im März 2017 vor.