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VERKEHR: 991 Zuger mussten ihr «Billett» abgeben

Deutlich mehr Autofahrer mussten im Kanton im letzten Jahr ihren Fahrausweis abgeben. Vor allem mit den Tempolimiten tun sich die Zuger offenbar schwer.
Samantha Taylor
Ein Polizist kontrolliert Fahrzeugpapiere und Fahrausweis eines Autofahrers. (Bild: Keystone)

Ein Polizist kontrolliert Fahrzeugpapiere und Fahrausweis eines Autofahrers. (Bild: Keystone)

Samantha Taylor

Wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen. Das wissen alle Verkehrsteilnehmer. Doch trotzdem missachten Autofahrer auf Schweizer Strassen immer wieder geltendes Regelwerk. Und dies teilweise so grob, dass ihnen in der Folge der Fahrausweis entzogen wird. Gemäss der jüngsten Statistik des Bundesamtes für Strassen (Astra) mussten in der Schweiz im letzten Jahr 80 176 Personen ihr «Billett» abgeben. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent (Ausgabe vom Mittwoch).

Im Kanton Zug wurden 2015 insgesamt 991 Autofahrerinnen und Autofahrer ihren Fahrausweis los. Auch hier ist die Zahl der Entzüge im Vergleich mit dem Vorjahr gestiegen – doch viel deutlicher als im Schweizer Schnitt. Der Kanton Zug verzeichnete eine Zunahme der Entzüge von ganzen 11,5 Prozent (2014: 888 Entzüge, siehe Tabelle).

Weniger Angetrunkene

Die meisten Personen mussten ihr Billett im letzten Jahr abgeben, weil sie zu schnell, angetrunken oder unaufmerksam mit dem Auto unterwegs waren. Gemäss Strassenverkehrsverordnung kann die Polizei den Fahrausweis auf der Stelle entziehen, wenn ein Fahrer bei einem Atem-Alkoholtest einen Wert von 0,8 Promille oder mehr aufweist. Abgeben muss man den Ausweis ausserdem, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um mehr als 30, ausserorts um mehr als 35 und auf der Autobahn um mehr als 40 Stundenkilometer überschritten wird.

Zwar mussten die Zuger ihren Check 2015 (132) deutlich weniger aufgrund von Angetrunkenheit abgeben als noch 2014 (152). Dafür drückten wesentlich mehr zu sehr aufs Gaspedal. Insgesamt 430-mal führte die Überschreitung der Tempolimite zum Entzug des Fahrausweises. 2014 waren es noch 359 Fälle.

Kontrollen sind stabil

Einen Grund für diese Zunahme auszumachen sei schwierig, heisst es seitens des Strassenverkehrsamtes. Das Amt ist bezüglich Fahrausweisentzügen die ausführende Behörde im Kanton. «Es klingt nach einem grossen Anstieg. Man muss aber auch sehen, dass sich die Zuger Zahlen in einem tiefen Bereich bewegen und somit statistisch nicht sehr repräsentativ sind», erklärt der Bereichsleiter Recht, Patrik Brunner. Dass das Amt härter vorgehe und deshalb mehr Fahrausweise entzogen worden seien, verneint Brunner klar. «Es ist eine Tatsache, dass wir in Sachen Alkohol und Geschwindigkeit praktisch keinen Ermessenspielraum mehr haben.» In diesen beiden Bereichen würden schweizweit dieselben Massstäbe gelten, die wiederum im Strassenverkehrsgesetz geregelt oder auf Bundesgerichtsurteile zurückzuführen seien. «Auch die Mindestentzugsdauer ist vorgeschrieben.» In jenen Bereichen, in denen das Strassenverkehrsamt noch Ermessensspielraum habe, gehe man keineswegs überdurchschnittlich streng vor, so Brunner. «Unsere Juristen beurteilen die Strafbefehle, die bei uns von den zuständigen Strafbehörden eingehen, und legen dann fest, ob es sich um eine leichte, mittelschwere oder schwere Widerhandlung handelt.» Nach mittelschweren und schweren Widerhandlungen erfolgt gemäss Angaben von Patrik Brunner in jedem Fall ein Entzug des Fahrausweises, nach leichten Widerhandlungen nur, wenn dieser in den letzten zwei Jahren entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde.

Hat also die Polizei im vergangenen Jahr etwa mehr Kontrollen gemacht als 2014? «Nein», sagt Judith Aklin, Mediensprecherin der Strafverfolgungsbehörden. Und dies auch nicht in Sachen Tempo, wie Aklin versichert: «Wir haben 2015 auch nicht mehr Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.»

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