Verkehr
Ab Montag gelten massive Änderungen im Zuger Berggebiet – die grosse Übersicht

Die sanierungsbedingte Sperrung des Kantonsstrassenabschnitts Schmittli-Nidfuren beginnt am 17. Januar und dauert bis Sommer 2023. Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Raphael Biermayr Jetzt kommentieren
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2,1 ist eine kleine Zahl. Im vorliegenden Fall eine kleine Zahl von enormer Tragweite. 2,1 Kilometer misst das Strassenstück zwischen dem Schmittli (Neuägeri) und der Nidfuren (unterhalb von Edlibach). Seit Jahren treibt es ungezählte Amtsstellen um. Denn dieser Teil der Verkehrsverbindung zwischen Zuger Berg- und Talgemeinden bedarf einer Erneuerung. Im vergangenen Jahr sind Vorarbeiten erfolgt, nun steht die rund 18-monatige Sperrung mit weitläufigen Umleitungen bevor.

Wozu das Ganze?

Die Brügglitobelbrücke muss ersetzt werden. Ausserdem wird die Fahrbahn stellenweise 1,5 bis 3 Meter verbreitert und beiderseits um Radstreifen ergänzt. Weil das Gelände abschüssig ist, sind dafür zahlreiche Stützkonstruktionen notwendig. Zudem werden Kurven den heutigen Normen entsprechend gestaltet – und selbstverständlich wird ein neuer Belag eingesetzt.

Hatten die Unwetter 2021 Einfluss auf die Planung?

Geringfügig. Die Vorarbeiten wurden von der Überschwemmung im Schmittli Ende Juli gestört. Überdies wurden auf Teilen der Umleitungsrouten laut der Baudirektion zusätzliche Massnahmen wie Verstärkungen und Hangsicherungen getroffen.

Teile des Verkehrsknotens Schmittli sind überschwemmt.

Teile des Verkehrsknotens Schmittli sind überschwemmt.

Bild: Christian Herbert Hildebrand (25. Juli 2021)

Wie lange ist die Strasse gesperrt?

Die Arbeiten beginnen am 17. Januar und dauern laut der kantonalen Baudirektion bis voraussichtlich August 2023.

2021 sind im Schmittli Vorarbeiten aufgenommen worden.

2021 sind im Schmittli Vorarbeiten aufgenommen worden.

Bild: Maria Schmid (6. Juli 2021)

Was kostet das?

Der Kantonsrat hat im Jahr 2017 einen Kredit von 40 Millionen Franken gesprochen.

Der Kantonsrat gibt 2017 grünes Licht für den Kredit.

Der Kantonsrat gibt 2017 grünes Licht für den Kredit.

Bild: Charly Keiser (Zug, 26. Januar 2017)

Wie wird der Verkehr umgeleitet?

Bergwärts über Allenwinden, talwärts via den Cholrain und Edlibach. Ausgangs Allenwinden beim Schmittli sowie im Cholrain gilt Einbahnverkehr. Einwohnende von Allenwinden sowie dort ansässige Firmen erhalten gemäss Baudirektion eine Ausnahmebewilligung: Sie können über das Schmittli in ihr Dorf fahren. Die Busse der Linie 1 von Zug nach Oberägeri und retour fahren in beiden Richtungen durch Allenwinden. Für die dortigen ÖV-Nutzerinnen und -nutzer ist es knifflig, denn es gibt drei Arten von Kursen. Die meisten machen Halt im Ort, einige jedoch nicht. Baarer Kantonsratsmitglieder haben einen Vorstoss eingereicht mit dem Ziel, alle Busse zum Halten zu bewegen. Davon ausgenommen sind die Expresskurse, die von der V-Zug nonstop bis Unterägeri Zimmel fahren.

Vom Ägerital nach Zug fahren alle Busse über Allenwinden.

Vom Ägerital nach Zug fahren alle Busse über Allenwinden.

Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 18. Juni 2018)

Wie hoch ist der Fahrzeitverlust?

Der Baudirektor, Florian Weber, rechnet einer «groben Schätzung» zufolge mit «null bis drei Minuten». Erhebungen seien keine durchgeführt worden, die Blaulichtorganisatoren hätten das Umleitungskonzept mit erarbeitet. Probefahrten unserer Redaktion haben ergeben: Bergwärts liegt der Zeitverlust bei etwa einer halben Minute – dies allerdings bei freier Fahrt durch Allenwinden. Talwärts muss man für die Strecke Schmittli-Nidfuren via Edlibach auch im Bestfall doppelt so viel Zeit einrechnen: über fünf statt knapp zweieinhalb Minuten.

Der Knoten Edlibach ist während der Sperrung der Kantonsstrasse deutlich stärker befahren.

Der Knoten Edlibach ist während der Sperrung der Kantonsstrasse deutlich stärker befahren.

Bild: Maria Schmid (Menzingen, 4. Januar 2022)

Gibt es Ausweichrouten?

Weniger als üblich. Zwischen Menzingen und Ober- und Unterägeri besteht der «Kistenpass», der an der Lenkwaffenstellung vorbeiführt. Dieser Schleichweg steht während der Sanierung nur von Menzingen in Richtung Ägeri im Einbahnverkehr offen. Auch auf Mühle- und Lüthärtigenstrasse sowie bei Schönbrunn verfügt die Gemeinde Menzingen Einschränkungen.

Bergwärts führt der Weg über den Moosrank und Allenwinden.

Bergwärts führt der Weg über den Moosrank und Allenwinden.

Bild: Maria Schmid (Baar, 4. Januar 2022)

Welche Sicherheitsmassnahmen haben die Behörden in Allenwinden getroffen?

Zusätzliche Fussgängerstreifen mit Mittelinseln und stellenweise breitere Trottoirs. Die Gemeinde Baar will die Aufmerksamkeit der Fahrer mittels einer Geschwindigkeitsanzeige steigern. Darüber hinaus werden Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Aktionen für den Mehrverkehr sensibilisiert.

Die Baudirektion rechnet mit 8000 Fahrzeugen, die täglich durch Allenwinden fahren werden.

Die Baudirektion rechnet mit 8000 Fahrzeugen, die täglich durch Allenwinden fahren werden.

Bild: Maria Schmid (4. Januar 2022)

Wie ist die Situation für Velofahrerinnen und Fussgänger?

Auch sie können die Strasse zwischen dem Schmittli und der Nidfuren während der Sperre nicht nutzen. In dieser Zeit gibt es im Allenwindner Gebiet St. Meinrad einen Zugang zu einer eigens errichteten Brücke, die über die Lorze zum bestehenden Weg dem Fluss entlang in Richtung Höllgrotten führt.

Vorübergehend stehen ein Weg und eine Brücke im Allenwindner Gebiet St. Meinrad zur Verfügung.

Vorübergehend stehen ein Weg und eine Brücke im Allenwindner Gebiet St. Meinrad zur Verfügung.

Bild: Maria Schmid (4. Januar 2022)

Wann wird die Lorzentobelbrücke saniert?

Nach Angaben der Baudirektion voraussichtlich in den Jahren 2026 und 2027, gleichzeitig mit der Sanierung des Strassenabschnitts Moosrank-Nidfuren. Jener ist mit 1,6 Kilometern kürzer als die zunächst zu erneuernde Strecke. Deshalb ist seine Erneuerung aber nicht mit weniger Auswirkungen verbunden. Auch dann werden Umleitungen nötig sein.

Die Lorzentobelbrücke wird voraussichtlich ab 2026 gesperrt sein.

Die Lorzentobelbrücke wird voraussichtlich ab 2026 gesperrt sein.

Bild: Daniel Frischherz (21. Juli 2014)
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