VERKEHR: Hat es in Zug zu wenig Parkplätze?

Eine Studie bringt es an den Tag: In der Schweiz gibt es die wenigsten öffentlichen Parkplätze in Europa. Was die Lage in Zug angeht, sind die Meinungen geteilt.

Wolfgang Holz
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Zu wenig Parkplätze in der Stadt: Vor dem Regierungsgebäude müssen die Autofahrer auf eine Lücke warten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zu wenig Parkplätze in der Stadt: Vor dem Regierungsgebäude müssen die Autofahrer auf eine Lücke warten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Ärger von Autofahrern nicht nur in Zug, sondern in der ganzen Schweiz über zu wenig öffentliche Parkplätze, ist offenbar nicht ganz unbegründet. Laut der neuesten Studie der Denkfabrik Mobilitätsakademie, einem Tochterunternehmen des Touring-Club Schweiz (TCS), ist die Schweiz Schlusslicht unter allen europäischen Ländern in Sachen öffentlicher Parkplätze. Konkret seien es in der Schweiz im Schnitt nur 84 Parkplätze für 1000 Autos. In Deutschland etwa sind es doppelt so viele und in Griechenland sogar mehr als dreimal so viele. Ein Grund für die eidgenössische Misere an öffentlichen Parkplätzen ist laut der Studie die Vielzahl an Privat- und Firmenparkplätzen in der Schweiz.

«Auch in Zug gibt es viele solcher Privat- und Firmenparkplätze», räumt Zugs Stadtrat Andreas Bossard ein. Was die oberirdischen Stellflächen für Autos angehe, herrsche sicher ein Mangel. Doch dies werde durch die Vielzahl an Parkhäusern in Zug kompensiert. «Und die meisten Zuger Parkhäuser sind in den häufigsten Fällen nie besetzt, sprich: zu 95 Prozent aller Parkzeiten», versichert der CSP-Politiker. «Man findet also praktisch immer einen Parkplatz in der Stadt Zug.» Lediglich bei solchen Massenveranstaltungen wie dem Stierenmärt oder der Zuger Messe würden Parkplätze fehlen. «Aber das ist ja überall so.» Reklamationen wegen zu weniger Parkplätze seien bei ihm nicht eingegangen.