Verkehr

Umsetzung der neuen Velo-Regel braucht im Kanton Zug etwas länger

Seit 1. Januar gilt ein neues Verkehrsgesetz, welches besagt, dass Velos nun an roten Ampeln rechts abbiegen dürfen – bei entsprechender Signalisierung. Bei uns ist man mit der Umsetzung noch nicht so weit wie andernorts.

Andreas Faessler
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Ein kleines Zusatzschild: So wie bei dieser Ampel in Zürich-Selnau sieht die neue Signalisation für Radfahrer aus. Hier dürfen sie jetzt auch bei Rot rechts abbiegen.

Ein kleines Zusatzschild: So wie bei dieser Ampel in Zürich-Selnau sieht die neue Signalisation für Radfahrer aus. Hier dürfen sie jetzt auch bei Rot rechts abbiegen.

Bild: Andreas Faessler (6. Januar 2021)

Im Mai 2020 hat der Bundesrat die revidierten Verkehrsregeln und Signalisationsverordnungen verabschiedet. Die wichtigste: Radfahrer wie auch E-Trottinette oder Mofas dürfen per 1. Januar 2021 an roten Ampeln rechts abbiegen, vorausgesetzt die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist gewährleistet und das Rechtsabbiegen bei Rot entsprechend signalisiert. Diese Signalisierung kommt in Form eines Täfelchens mit gelbem Velo und Pfeil nach rechts auf schwarzem Untergrund daher. So erhält die rote Ampel für Radfahrer dieselbe Bedeutung wie die allgemeine Regel «kein Vortritt». So soll die Verkehrssicherheit an Kreuzungen erhöht werden. Wo das Schild fehlt, bleibt das Abbiegen nach rechts für Velofahrer weiterhin verboten.

Mit der Umsetzung der neuen Bestimmung geht es in den Kantonen und Städten unterschiedlich schnell voran. Die Stadt Zürich hat dabei die Nase vorn: An rund 80 Kreuzungen ist besagtes Schild bereits montiert. Auch in Basel und Lausanne sind mehrere Ampeln mittlerweile entsprechend signalisiert, wie Pro Velo Schweiz mitteilt. Weitere Städte und Kantone sind in der Planungsphase. Dennoch: Nach Auffassung von Pro Velo Schweiz geht die Umsetzung allgemein etwas zu langsam voran, wo der Entscheid ja schliesslich schon vor über einem halben Jahr gefallen sei.

42 Signalanlagen werden geprüft

Im Kanton Zug ist man noch lange nicht so weit wie in der Stadt Zürich. Doch habe man die Umsetzung der neuen Regel nun an die Hand genommen, wie Marcel Tobler, Kommunikationsverantwortlicher der Sicherheitsdirektion, sagt. Insgesamt 42 Lichtsignal-Anlagen gebe es im Kanton. «Die Sicherheitsdirektion lässt diese in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt und den Gemeinden überprüfen», führt Tobler aus. Dabei sei zu klären, ob sie überhaupt für die neue Regelung in Frage kämen oder nicht. Und wenn ja, unter welchen Umständen – ob eine Signalisation mit dem gelben Velo-Symbol reiche, oder ob bauliche Massnahmen nötig wären. «Die höchste Priorität bei dieser Analyse liegt auf der Verkehrssicherheit», betont Tobler. «Für die Erhebung beauftragen wir ein spezialisiertes Unternehmen.» Man rechne damit, bis im Sommer 2021 Resultate vorliegen zu haben. Diese bildeten dann die Entscheidungsgrundlage für eine allfällige Umsetzung an den dazu geeigneten Standorten.

Dass der Kanton Zug mit Planung und Umsetzung von Massnahmen dieser Art stets etwas länger braucht, daran hat man sich bei Pro Velo Zug schon gewöhnt, wie Victor Zoller, Co-Präsident Pro Velo Zug, sagt. Dennoch bedauere man es, dass nicht schon früher damit begonnen worden ist. «Zum einen spielen da wohl die allgemeinen Sicherheitsbedenken der zuständigen Abteilungen eine Rolle», so Zoller. «Und zum anderen brauchen solche Angelegenheiten in bürgerlich regierten Städten und Kantonen generell länger Zeit im Vergleich zu links dominierten wie etwa der Stadt Zürich.»

Die neue Regelung ist jedenfalls ganz im Sinne von Pro Velo Zug. «Sie dient den Radfahrern gleichermassen wie auch den Autolenkern», sagt Victor Zoller. «Mit einem geringeren Velostau auf dem Radstreifen an einer Ampel läuft der Verkehr automatisch flüssiger und auch sicherer. Das macht es für alle Verkehrsteilnehmer komfortabler.» Geht es nach Pro Velo Zug, so sollten sämtliche in Frage kommenden Kreuzungen im Kanton Zug mit der entsprechenden Signalisierung versehen werden.