Verkehrsplanung
Der Stadttunnel ist wieder ein Thema: Zug will sich alle Optionen offenhalten

Das Hotel City Garden unterhalb des Guggiwäldchens in der Stadt Zug ist wohl bis 2036 wie bisher nutzbar. Die Behörden haben mit der zeitlichen Beschränkung der Nutzung allerdings weiterhin alle Trümpfe in der Hand.

Marco Morosoli
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Die Eigentümerschaft des Hotels City Garden an der Metallstrasse in der Stadt Zug wusste bereits bei der Erstellung desselben, dass die Nutzung endlich sein könnte. Der aktuelle Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2028. Gegenwärtig und bis Ende Oktober liegt ein Begehren dazu im Zuger Stadthaus öffentlich auf, das eine Erstreckung bis Ende 2036 beantragt.

Am Standort des City-Garden-Hotels könnte sich dereinst eines der beiden Portale des Stadttunnels befinden.

Am Standort des City-Garden-Hotels könnte sich dereinst eines der beiden Portale des Stadttunnels befinden.

Bild: Maria Schmid (Zug, 11. Oktober 2021)

Die Verantwortlichen der Stadt Zug haben ihr Ansinnen auch bereits dem Kanton respektive der Baudirektion vorgelegt. René Hutter, der Chef des Amts für Raum und Verkehr, schreibt dazu: «Diese Bauordnungsänderung ist grundsätzlich ohne weiteres genehmigungsfähig.» Hutter lässt die Stadträtinnen und die Stadträte auch noch wissen, dass dieses eingebrachte Gesuch die derzeit laufende Ortsplanungsrevision nicht tangiere. Das einfache Verfahren zur Änderung der Bauordnung der Stadt Zug sei, so Hutter, in dieser Sache anwendbar. Diese Verfahrensart sei auch angezeigt, da die beabsichtigte Verlängerung des gegenwärtigen Zustands «keine im grossen Raum wirksamen Auswirkungen» habe. Ferner bestehe das Hotel ja bereits.

Stadttunnel, um Aufenthaltsqualität zu sichern

In seinem Bericht schreibt Zugs Stadtrat, dass sich die städtische Mobilität aufgrund «verschiedener Parameter verändern» werde. Das Gewicht verlagere sich «vermehrt auf den öffentlichen Verkehr sowie den Velo- und Fussgängerverkehr». In welchem Ausmass dies geschehen werde, sei jedoch nur schwer abschätzbar. Wenn die Werte des Individualverkehrs stärker zunehmen als prognostiziert, so könnte, führt der Stadtrat weiter aus, «ein Stadttunnel einen Beitrag zur Sicherung der Wohn- und Aufenthaltsqualität im Zentrum von Zug leisten können».

Dann klopft sich das Gremium, zusammengesetzt aus zwei Stadträtinnen und drei Stadträten selber auf die Schultern, weil es dieser Entwicklung vorausschauend Rechnung trage. Es seien im potenziell vorgesehenen Bereich des Südportals ebenso gewisse Schritte notwendig. Ferner beabsichtigt das Stadtratsgremium im laufenden Vernehmlassungsverfahren darauf hinzuwirken, dass der Stadttunnel wieder Aufnahme im kantonalen Richtplan findet. Dazu gehöre auch der Bereich der beiden potenziellen Portale. Der erste Versuch für einen solchen Tunnel scheiterte im Jahr 2015, als die Mehrheit der Stimmenden Nein dazu sagte.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern

Obwohl eigentlich alle Tatsachen auf dem Tisch liegen, die für die Verlängerung der Dienstbarkeit am potenziellen Nordportal des Stadttunnels beim Hotel City Garden unabdingbar sind, schreibt das kantonale Amt für Raum und Verkehr, dass eine «Genehmigung der Änderung der Bauordnung der Stadt Zug» in Aussicht gestellt werden könne. Ferner steht im Schreiben der Baudirektion noch, dass die vorläufige Überprüfung summarischer Art sei. Die Kontrolle des konkreten Einzelfalls im Beschwerdeverfahren bleibe deshalb vorbehalten. Der Stadtrat hofft, die anvisierte Änderung der Bauordnung der Stadt Zug im Bereich der beiden möglichen Tunnelportalen im kommenden Jahr abschliessen zu können.

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