VERMISSTENFALL: Wer zahlt den Polizeieinsatz?

Die Kostenfrage im Fall der vermissten elfjährigen Schülerin aus Unterägeri ist nach wie vor ungeklärt. Unklar ist auch, wie hoch die Kosten sind.

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Polizisten suchen das Gebiet rund um Unterägeri mit einem Helikopter ab. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Polizisten suchen das Gebiet rund um Unterägeri mit einem Helikopter ab. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

st.Die Kostenfrage im Fall der vermissten elfjährigen Schülerin aus Unterägeri ist nach wie vor ungeklärt. Konkret geht es darum, wer für den rund 30-stündigen Sucheinsatz, an dem Polizei, Zivilschutz und das Militär beteiligt waren, bezahlt. «Wir sind daran, das abzuklären», sagt Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Es wäre denkbar, dass die Mutter des Mädchens einen Teil der Kosten übernehmen müsste. Dies, nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass sie das Verschwinden ihrer Tochter selbst inszeniert hatte.

Ein besonderer Fall

Geklärt werden soll die Frage gemäss Schlatter mit dem Polizei-Organisationsgesetz des Kantons Zug. Gemäss diesem Gesetz kann der Ersatz der gesamten Kosten von Personen verlangt werden, die mutwillig eine Alarmierung auslösen. Inwiefern der Alarm im betreffenden Fall jedoch «mutwillig» ausgelöst wurde, gelte es jetzt zu klären. «Es handelt sich hier um einen speziellen Fall», betont Schlatter. Dies in erster Linie, weil die Mutter des Mädchens psychisch angeschlagen sei. Wie hoch die Kosten für den Sucheinsatz waren, kann die Zuger Polizei derzeit noch nicht beziffern.

Die Elfjährige wurde am 31. März am Mittag als vermisst gemeldet, nachdem sie nicht in der Schule erschienen war. Die Zuger Polizei leitete während zwei Tagen eine grosse Suchaktion. Am 2. April meldete die Zuger Polizei, dass der Fall von der Mutter inszeniert worden war. Das Mädchen hielt sich bei ihr sowie bei einem Nachbarn versteckt.