Vereine

Vernetzungsprojekt in Edlibach stösst auf grosses Interesse

An der Begehung des Projekts Moränenlandschaft Menzingen-Neuheim in Edlibach wurden Fragen geklärt.

Drucken
Teilen
Dem Vernetzungsprojekt Menzingen-Neuheim wurde bei der Begehung grosse Aufmerksamkeit zuteil.

Dem Vernetzungsprojekt Menzingen-Neuheim wurde bei der Begehung grosse Aufmerksamkeit zuteil.

Bild: PD

Bei schönstem Herbstwetter trafen sich rund 50 Mitglieder des Vernetzungsprojektes auf dem Hof von Peter und Regula Iten in Edlibach. Ihr Hof in der Wösch hat die ganze Entwicklung des dort entstandenen Kieswerks miterlebt und wurde davon geprägt. Heute wird auf ihrem Hof eine Rinderaufzucht betrieben, neben der man auch immer mehr in die Pflege und Rückführung von rekultivierten Abbauflächen involviert ist.

Das Vernetzungsprojekt umfasst den Perimeter der beiden Gemeinden Menzingen und Neuheim. Beide Gemeinden zeichnen sich durch ihre Moränenlandschaft aus. Die beiden Gletscher, der Linthgletscher von Osten und der Reussgletscher von Süden her, haben hier durch ihr Geschiebe eine Landschaft gebildet, die mit ihrem Formenreichtum, dem Wechsel von Höhen und Mulden, ein ganz einzigartiges Landschaftsbild bietet. Diese Landschaft ist ein BLN-Gebiet und somit eine schützenswerte Landschaft.

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist für die Kibag, die schon seit Jahrzehnten den Kiesabbau betreibt, die Voraussetzung für den langfristigen unternehmerischen Erfolg. Grund und Boden sind schützenswerte Leihgaben und bedingen eine ausgewogene Berücksichtigung von Nutzungs- und Schutzinteressen. In der Kiesgrube finden seltene Pflanzen und Tiere bereits während des Abbaus ein wertvolles Rückzugsgebiet mit verschiedenen angelegten Strukturen. Der Kiesabbau ist heutzutage an viele Vorschriften und eine sorgfältige Planung gebunden. André Bircher, Regionalleiter der Kibag, erläutert spannende Fakten rund um den Kiesabbau. So werden aktuell etwa 100 000 Kubikmeter Kies pro Jahr abgebaut und noch etwas mehr sauberer Aushub wieder aufgefüllt.

Nach dem Abbau müssen Flächen rekultiviert werden

Für die Landwirtschaft ebenso wie für die Landschaft ist es existenziell, dass die Flächen nach dem Abbau wiederhergestellt und für die landwirtschaftliche Nutzung rekultiviert werden. Früher wurde das grösstenteils aus Unkenntnis und aufgrund mangelnder Ressourcen nicht immer optimal gelöst. So wurde nach dem Abbau zwar wieder Material aufgefüllt, aber einem richtigen mehrschichtigen Aufbau keine Rechnung getragen. Auch waren die aufgefüllten Schichten oftmals viel zu stark verdichtet. Peter Iten erzählte seine Erfahrung mit diesem Boden und erwähnte, dass man heute auf einem guten Weg sei. Man musste zuerst Erfahrungen sammeln. Heutzutage werde und muss der Rekultivierung mehr Bedeutung zukommen. Ein frisch aufgefüllter Boden muss sich zuerst einstellen und kann erst nach einigen Jahren normal bewirtschaftet werden. Dass Kiesgruben auch einen guten Beitrag zur Biodiversität leisten, zeigen die unzähligen Arten, die an diesem speziellen Ort vorkommen. Offene Böden, sogenannte Pionierstandorte, sind wertvolle Lebensräume, die in der heutigen Landschaft oft fehlen und spezialisierte Arten beheimaten. Beim Kiesabbau müssen ausgesonderte Flächen für diese Arten zur Verfügung gestellt werden.

Auch nach dem Kiesabbau sollen in der Landschaft solche Flächen erhalten werden, um diesen Arten einen bleibenden Lebensraum zu ermöglichen. Im Gebiet wurde eine Fläche dafür bestimmt, welche langfristig ihren ökologischen Zweck erfüllen soll. Niklaus Peyer, Kantonaler Beauftragter Amphibien- und Reptilienspezialist, erwähnte, dass hier nebst einigen häufigen Amphibienarten so vor allem die Gelbbauchunke und die noch stärker bedrohte Kreuzkröte vorkommen. Letztere kommt im Kanton Zug nur noch an vier Standorten vor und hier konnten im vergangenen Jahr doch ein gutes Dutzend Individuen gezählt werden.

Bedrohte Schweinerasse sorgt für Pflege

Damit diese Pionierstandorte mit ihren flachen Gewässern und den verschiedenen Strukturen erhalten bleiben, ist eine wiederkehrende Pflege notwendig, da diese Flächen sonst überwachsen würden. Unter der Federführung von Stefan Rey, Abteilung Natur und Landschaft des Kantons Zugs, wurden nun in diesem Gebiet seit diesem Jahr versuchsweise die Pflegeeingriffe auch mit Hilfe von Tieren umgesetzt. So leben seit dem Sommer Turopolje-Schweine, eine bedrohte Nutztierrasse, auf den besagten Flächen und sorgen unter anderem mit ihrer Wühlarbeit dafür, dass die offenen Stellen erhalten bleiben.

Für das Vernetzungsprojekt Menzingen-Neuheim: Dominik Iten

Vereine & Verbände: So funktioniert's

Ihre redaktionellen Beiträge sind uns sehr willkommen. Wir nehmen gerne Berichte entgegen, weisen in dieser Rubrik allerdings nicht auf kommende Anlässe hin. Ihre Texte und Bilder für diese Seite können Sie uns per E-Mail senden. Unsere Adresse lautet: redaktion-zugerzeitung@chmedia.ch Bitte beachten Sie, dass wir in dieser Rubrik Texte von maximal 3500 Zeichen abdrucken. Fotos sollten Sie in möglichst hoher Auflösung an uns übermitteln. Schicken Sie sie bitte als separate Bilddatei, nicht als Teil eines WordDokuments. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Gerne können Sie den Artikel-Link auch auf dem Social-Media-Account Ihres Vereins posten.