Leserbrief
Verrat an der Idee des liberalen Denkens

«Liberalismus und Klimawandel», Leserbrief in der «Zuger Zeitung» vom 20. November

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Niklaus Iten hat in seinem Leserbrief grundsätzlich völlig recht, aber er redet nicht vom Liberalismus, sondern vom Neoliberalismus, welcher nicht das Geringste mit liberalem Denken zu tun hat, sondern nur das Recht des Stärkeren kennt und möglichst keine Regeln will. Echter Liberalismus will Regeln aber nur dort wo notwendig, und wo möglich soll die Eigenverantwortung spielen, aber der Schwache muss geschützt sein. Ein echter Liberaler schützt also auch die Natur, zum Beispiel. Mit anderen Worten: Niklaus Iten hat sich von Robert Nef in die Irre führen lassen. Robert Nef ist ein typisches Beispiel für Menschen, die den Liberalismus verhunzen und auf einen reinen Wirtschaftsliberalismus mit der Prägung Mont Pèlerin reduzieren und damit die Idee des liberalen Denkens verraten. Die Festschrift zu seinem 70. Geburtstag verrät, welchen Herren er dient, nämlich denen, die schon alles haben und den normalen Bürger verachten.

Einer der Schlimmsten ist Christoph Blocher, eloquent parliert er über den Liberalismus, wie ihn die SVP haben will, aber er weiss genau, dass dies kein Liberalismus ist, den Sir Karl Raimund Popper oder Hermann Lübbe goutiert hätten. Der Neoliberalismus von Blocher oder Nef ist dafür verantwortlich, dass unsere Konzerne die Menschen, andere Völker und auch die Natur plündern, er ist auch der Grund, weshalb unsere Gesellschaft auseinanderfällt.

Michel Ebinger, Rotkreuz