Leserbrief

Verschiedene Meinungen zur Begrenzungsinitiative

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 27.September, Begrenzungsinitiative

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Nach meinem heutigen Erlebnis müssen sich Ausländer nicht wundern, wenn wir Schweizer Ihnen keine Sympathien entgegenbringen. Da laufe ich in der Bahnhofsunterführung von Rotkreuz und es tönt ein «Schwall» sehr, sehr lauter Musik entgegen. Zuerst keine Ahnung, woher diese kommen könnte. Erstaunt stelle ich fest, dass diese überlaute Musik von einem jungen Pärchen stammt, welches ein «Radio» mit sich trägt. Beim Vorbeigehen bemerke ich: «Geht es auch etwas leiser?» Die Antwort war laut und für mich unverständlich, da dies nicht in einer Sprache gesprochen wurde, die ich verstehe ausser dem Wort «Rassist»! Etwa zwei, dreimal hat der junge Mann «Rassist» geschrien. Ich bin dann stehen geblieben und habe geantwortet: «Komm bitte zu mir und sag mir dies ins Gesicht.» Jedoch lief das junge Pärchen am anderen Ende der Unterführung weiter. Eigentlich egal, ob dies Schweizer oder Ausländer sind – ich hätte jeden darauf aufmerksam gemacht. Ich fühle mich in meiner Heimat bedroht, wenn ich den «Mitbürgern» keine anständige Frage mehr stellen kann. Und Anpassung ist wohl für viele ein Fremdwort. Das tut mir leid für die Ausländer, die sich integriert haben und sich an unsere Gepflogenheiten angepasst haben. So stimme ich ganz sicher mit Ja bei der Begrenzungsinitiative.

Silvia Hofer, Rotkreuz


Die Konsequenzen der zunehmenden Überbevölkerung unseres kleinen Landes sind gravierend. Für die Million Zuwanderer der vergangenen 13 Jahre musste eine Fläche im Umfang von 57000 Fussballfeldern überbaut werden. Das sind 407 Millionen Quadratmeter Natur, die zubetoniert wurden. Dies unter anderem für rund 454000 neue Wohnungen.

Eine Million Zuwanderer bedeuten aber auch 541000 Autos und 800 Busse mehr auf den Strassen sowie 11,34Milliarden zusätzlich zurückgelegte Kilometer in Personenwagen. Eine Million Zuwanderer verbrauchen zusätzlich 2 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies entspricht der Leistung von 500 Grosswindanlagen. Und schliesslich konsumieren eine Million Zuwanderer jährlich 59 Milliarden Liter Trinkwasser.

Landschaft, Umwelt und Infrastruktur sind längst an ihre Grenzen gelangt. Wo ist der Aufschrei der Grünen und der ergrünten FDP?

Vreni Althaus, Rotkreuz


Mir ist wichtig, dass bei der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der EU nicht nur die Vorteile in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Industrie betont werden. Auch die Jungen setzen sich energisch für ein Nein ein! Fünf Jungparteien haben sich zusammengeschlossen (Junge CVP, Junge BDP, Junge EVP, Junge Grünliberale und Jungfreisinnige) und arbeiten Hand in Hand gegen die Kündigungsinitiative. So viel Einigkeit ist selten. Wir werfen der Jugend so oft politisches Desinteresse vor und nun sehen wir diesen kraftvollen Schulterschluss. Das macht mir Eindruck!

Junge Schweizerinnen und Schweizer wollen also keine Abschottung, sondern sie schätzen und verteidigen die Personenfreizügigkeit mit der EU. Zentral ist für sie, dass sie sich auch in der EU niederlassen, arbeiten und sich weiterbilden können. Das ist auf dem Arbeitsmarkt nicht nur bei internationalen Konzernen ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Hören wir auf die Jungen und stimmen wir nein, denn bald werden sie am Ruder sein. Erhalten wir für die junge Generation die Chance, mit internationaler Vernetzung weiterhin erfolgreich zu sein. Denn die letzten 20 Jahre haben gezeigt, wie wertvoll das Zusammenarbeiten auf Augenhöhe mit unseren Nachbarn aus der EU durch die Bilateralen Abkommen ist.

Carina Brüngger, Präsidentin FDP Kanton Zug, Steinhausen