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VERSORGUNG: Kinderärzte hoffen auf Einigung

Am Mittwoch treffen sich die Vertreter der Kinderärzte voraussichtlich ein letztes Mal zu Vertragsverhandlungen mit der Leitung des Zuger Kantonsspitals. Sie betonen, dass das Kindeswohl im Vordergrund stehe, doch die Fronten wirken verhärtet.
Christopher Gilb
Über 900 Kinder kommen im Zuger Kantonsspital jährlich auf die Welt, doch wer betreut sie zukünftig? (Symbolbild: Sean O’Riordan/Getty)

Über 900 Kinder kommen im Zuger Kantonsspital jährlich auf die Welt, doch wer betreut sie zukünftig? (Symbolbild: Sean O’Riordan/Getty)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Wie wird die ärztliche Versorgung der Neugeborenen am Zuger Kantonsspital zukünftig sichergestellt? Diese Frage sorgt derzeit für Diskussionen zwischen Spitalleitung und Kinderärzten (Ausgabe vom 1. Juli). Grundsätzlich geplant ist, dass zukünftig zwei Praxen aus Baar diese Versorgung übernehmen: Einerseits die Baarer Kinderarztpraxis, um die Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin Raoul Schmid und Victoria Marty, und das Kinderzentrum Lindenpark AG. Die anderen Kinderärzte haben sich im Zuge der Umstrukturierungen zurückgezogen.

Die Ärzte aus beiden Baarer Praxen waren bisher Teil des 24-Stunden-Notfalldienstes für Geburten im Spital, die Ärzte um Schmid übernahmen zudem die Untersuchungen am Wochenbett und vor Austritt im Kantonsspital. Die Ärzte der Lindenpark AG wiederum haben seit Jahren einen Exklusivvertrag mit der Andreas-Klinik in Cham für die Betreuung am dortigen Wochenbett. Insgesamt sind es acht Ärzte aus beiden Praxen. «Das Kantonsspital wünscht sich, dass alle Ärzte, die Notdienst haben, auch die Betreuung am Wochenbett übernehmen, das ist im Sinne der Patienten nachvollziehbar», erklärt Schmid, der seit über 20 Jahren im Kantonsspital Neugeborene betreut und als Verhandlungsführer seiner Praxis an der Vertragsverhandlung mit dem Spital heute teilnimmt.

Rahmenbedingungen haben Priorität

Derzeit wird die Betreuung der Neugeborenen jedoch nicht mehr von den externen Kinderärzten wahrgenommen. Da alle bisherigen Verhandlungen gescheitert sind. Im Artikel am vergangenen Samstag machte Spitaldirektor Matthias Winistörfer dafür unter anderem «die aus Sicht des Kantonsspitals überhöhten Honorarforderungen der Kinderärzte» verantwortlich. Am Dienstag sagte er auf Nachfrage noch, dass das Kantonsspital bei den Tarifen eine Erhöhung angeboten hätte, die jedoch von Seiten der Kinderärzte abgelehnt worden sei. Darauf angesprochen sagt die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Katharina Eikamp, die Verhandlungsführerin der Lindenpark AG: «Das, was wir im Kantonsspital erhalten sollen, ist gerade nur etwa halb so viel, wie beispielsweise in Zürich. Der Tarif der Andreas-Klinik hingegen bewegt sich im schweizerischen Mittelfeld.» Für sie ist deshalb klar: «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.» Auch die Praxis um Schmid hat sich dieser Forderung angeschlossen. «Unsere Aufgaben werden immer komplexer», sagt Schmid. Die Lohnforderungen seien aber keinesfalls überhöht, wie die Spitalleitung in der Öffentlichkeit sage. Die bisherigen Verhandlungen sind laut den Beiden an dem Umstand gescheitert: «Dass das Kantonsspital den Kinderärzten schon die Verantwortung für die Betreuung von Neugeborenen, die ab der 34. Schwangerschaftswoche entbunden wurden, aufzwingen wollte». Über das Honorar könne deshalb erst gesprochen werden, wenn die übrigen Rahmenbedingungen des Vertrages stimmen würden, so Eikamp.

«Ein Killer-Kriterium»

Wie schon berichtet, gibt es Überlegungen vom Kantonsspital eine sogenannte Neonatologie 2A einzurichten. Eine eigene Abteilung für frühgeborene Babys mit Komplikationen. Bisher werden solche Fälle im Kinderspital Luzern behandelt, wo es ein eigenes Zentrum für dieses Gebiet gibt (siehe Box). «Babys vor der 35. Schwangerschaftswoche bei Komplikationen in Zug behandeln zu müssen, ist für uns ein Killer-Kriterium», doppelt Eikamp nach. Sie verweist auf entsprechende Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Neonatologie. In diesen steht, dass 30 bis 50 Prozent der zwischen der 34. und 35. Schwangerschaftswoche geborenen Babys nach der Geburt wegen einer oder mehreren Anpassungsstörungen in eine Neonatologie-Abteilung verlegt werden müssen. Dann sind mehrere Kriterien aufgelistet, die eine solche Abteilung erfüllen muss. Dazu gehören diverses Equipment sowie speziell geschulte Hebammen und Pflegende und ein Kinderarzt mit Neonatologie-Erfahrung.

Aufgegeben haben die beiden Kinderärzte aber noch nicht. «Ich bin immer noch optimistisch, dass wir heute eine Lösung finden, schliesslich geht es nicht um uns, sondern primär um die Kinder und deren gute Versorgung», so Eikamp.

Spitaldirektor Matthias Winistörfer sagt gestern auf Anfrage, dass es seitens Kantonsspital zu den laufenden Verhandlungen keine weiteren Auskünfte gebe. Nur so viel: «Das Kantonsspital strebt im Interesse von Mutter und Kind für alle Neugeborenen eine Verbesserung seiner Dienstleistungen an. Wie und in welchem Umfang die Betreuung von Neugeborenen im Zuger Kantonsspital weiter ausgebaut werden soll, ist aktuell in Diskussion und Prüfung.» Zwischen dem aktuellen Stand und einer Neonatologie-Abteilung gebe es zahlreiche weitere Möglichkeiten. Entscheide seien diesbezüglich noch keine gefallen, so Winistörfer.

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