Der Kantonsrat hat Verständnis für die Anliegen

In einer Petition fordern Pflegekräfte bessere Bedingungen. Das Parlament will aber nicht der richtige Adressat sein.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen
Pflegekräfte und Vpod machten am Donnerstag den Kantonsrat auf ihre Anliegen aufmerksam.

Pflegekräfte und Vpod machten am Donnerstag den Kantonsrat auf ihre Anliegen aufmerksam.

Bild: Harry Ziegler (Zug, 29. Oktober 2020)

Pflege Gleichstellung, Respekt, Lohn und Zeit – dies fordern Pflegefachfrauen der spitalexternen Pflege des Kantons Zug in einer Petition an den Zuger Kantonsrat. Dieser nahm gestern mit 40 zu 30 Stimmen die Petition zur Kenntnis und leistet ihr keine Folge, während vor der Dreifachturnhalle der Kantonsschule die Gewerkschaft Vpod bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verlangte.

Als Hauptgrund nennen die bürgerlichen Fraktionen und die Justizprüfungskommission, der Kantonsrat sei für eine allfällige Umsetzung der Forderungen nicht zuständig. Dies sei – bei allem Verständnis für die Anliegen – primär Sache der Arbeitgeber. Es dürfte für die Petenten zielführender sein, diese Anliegen mit den Sozialpartnern, Fachverbänden und Arbeitgebern zu diskutieren.

Gegen diese Sichtweise wehrten sich ALG und SP. Man befinde sich am Anfang eines Pflegenotstandes. Es sei bekannt, dass das Pflegepersonal hoch, teilweise gar überlastet sei. Die Coronapandemie habe diese Situation noch akzentuiert. Die Politik müsse jetzt handeln und die Forderungen der Pflegekräfte durchsetzen. Um ihr Anliegen zu bekräftigen, reichten die Fraktionen von ALG und SP jeweils ein Postulat ein, das wirksame Verbesserungen für die Pflegenden verlangt, indem sich die Regierung dafür einsetzt.