Harziger Start für Recycling-Geschirr

Die Zuger Verwaltung startet einen Test mit Mehrwegschalen. Andere Anbieter in der Zentralschweiz haben damit bisher nur mässig Erfolg.

Laura Sibold
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Im Restaurant Aabächli der kantonalen Verwaltung werden seit neustem wiederverwendbare Verpackungen von Recircle ausgegeben. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 23. Juli 2019)

Im Restaurant Aabächli der kantonalen Verwaltung werden seit neustem wiederverwendbare Verpackungen von Recircle ausgegeben. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 23. Juli 2019)

Das Hochbauamt des Kantons Zug (HBA) möchte das Abfallaufkommen durch Einweggeschirr reduzieren. Aus diesem Grund bietet das HBA-Restaurant Aabächli an der Aabachstrasse 5 seit dem 1. Juli Recycling-Geschirr an. Das Stadtzuger Restaurant ist an das nationale Mehrwegsystem Recircle angeschlossen. Dabei zahlt der Gast einmalig zehn Franken Depot für eine Mehrwegschale aus Plastik und kann sein Take-away-Menu jeweils auffüllen.

«Die Mehrwegschalen sind eine umweltschonende und praktische Alternative zu Einwegverpackungen. Wir bekommen seit der Einführung bereits gutes Feedback», sagt Restaurantleiter Peter Gärtner. In den ersten Wochen seien etwa fünf Mahlzeiten pro Tag in der Recircle-Schale mitgenommen worden, täglich verkauft das Restaurant rund 270 Mahlzeiten. Im Sommer werden davon zehn Prozent als Take-away verkauft, das sind im Schnitt etwa 30 Menus. «Unser Ziel ist es, mit dem Angebot möglichst viel Wegwerf-Geschirr zu vermeiden und so die natürlichen Ressourcen zu schonen», ergänzt Manuela Stockmeyer, Mediensprecherin der SV Group, die das Restaurant betreibt.

Neues System braucht
 Zeit, um zu reifen

Laut Recircle muss ein Gast nur einmal pro Woche einen wiederverwendbaren Behälter anstelle von Einwegverpackungen nutzen, um jährlich 1,5 Kilogramm Plastik einzusparen. Dennoch stösst das nachhaltige System bei den Kunden noch zu wenig auf Anklang, wie eine Umfrage bei verschiedenen Anbietern zeigt:

Dies bestätigt auch Manuela Stockmeyer für die SV Group, welche in einem Drittel ihrer 300 Schweizer Restaurants bereits Recircle anbietet: «Leider ist es tatsächlich so, dass Recircle bisher eher verhalten genutzt wird. Es ist bequemer, die Plastikteller nach der Konsumation wegzuwerfen, als sie nochmals mit sich herumzutragen.» Anders sehe dies in der Baarer Cafeteria Gourmetro der Miag aus. Dieser Betrieb verkauft pro Tag 8 bis 15 Portionen in der Recircle-Schale. Das sei deutlich mehr als mit dem Einweggeschirr, wo es pro Tag 4 bis 6 Portionen sind. Laut Stockmeyer besteht Hoffnung: «Sowohl in der Cafeteria Gourmetro als auch im Restaurant Aabächli ist die Tendenz steigend, pro Monat kommen im Schnitt zwei neue Recircle-Nutzer dazu.» Es werde aber sicherlich noch Zeit brauchen, bis sich alle Gäste auf das neue System einlassen. Denn umweltfreundliche und ressourcenschonende Mehrweglösungen funktionieren nur, wenn die Kunden auch gewillt sind, einen minimen Mehraufwand zu tragen.