Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VERWALTUNGSREFORM: Kanton Zug: Ämter tauschen im Schnellzugstempo

Bestrebungen, die Zahl der Regierungsräte von sieben auf ?deren fünf zu reduzieren, sind im Kantonsrat klar gescheitert. Den Ämtertausch setzt der Regierungsrat nun in Eigenregie um.
Das Regierungsgebäude am Zuger Postplatz. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung))

Das Regierungsgebäude am Zuger Postplatz. (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung))

Noch bis vor Kurzem haben die kantonalen Ämter Sparvorschläge machen müssen. Nun erhalten einige von ihnen einen neuen Chef, müssen womöglich noch umziehen. Hintergrund ist eine Verwaltungsreform, mit welcher der Regierungsrat das Postulat «45 Ämter sind genug» umsetzt. Ursprünglich war auch die Rede davon, den Regierungsrat von sieben auf fünf Mitglieder zu verkleinern. Diese Revolution findet nun nicht statt. Übrig geblieben ist so eine Mini-Reform. Eines kann dabei der Regierung nicht vorgeworfen werden: Sie habe die Reform ausgesessen. Vielmehr schwenkt die Exekutive mit ihrem Reform-Zug gleich auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke ein. Bis Anfang 2019 – gleichzeitig mit dem Start in eine neue Legislatur – soll alles erledigt sein.
Der Gesundheitsdirektion zugeordnet werden neu das Amt für Sport, die Fachstelle Statistik, die Ausgleichskasse und die IV-Stelle. Der Baudirektion das Amt für öffentlichen Verkehr. Frau Landammann Manuela Weichelt sagt zur Reorganisation: «Es wurden sachlich zusammengehörende Aufgabenfelder zusammengeführt.» So sei die «thematische Homogenität» berücksichtigt worden.
Ob die anderen Zuordnungen der Verwaltungseinheiten zu einer grösseren Zügelaktion führen werden, kann Manuela Weichelt derzeit noch nicht sagen. Dass es nach unzähligen Sitzungen und viel bedrucktem Papier nur marginale Verschiebungen gibt, mag erstaunen, aber Weichelt versucht dies zu begründen: «Die Regierung hat im Auftrag des Kantonsrates die Verwaltung unter die Lupe genommen. Die Prüfung hat ergeben, dass die Verwaltung gut funktioniert und sich die heutige Struktur bewährt.»

Verwaltung soll weiterhin effizient und effektiv sein

Manuela Weichelt erwähnt auch noch einen anderen Aspekt dieses Umbaus: «Unser oberstes Kriterium war, dass die bekannte kundenfreundliche Zuger Verwaltung bestehen bleibt.» Wichtig ist Frau Landammann, dass das Gremium nicht einfach eine Reform um der Reform willen durchgezogen habe. Vielmehr schreibt Manuela Weichelt ihren 2376 Mitarbeitern, die sich 1697 Stellenprozente teilen, im Namen des Regierungsrates ins Pflichtenheft: «Wir wollen eine effiziente und effektive Verwaltung.»
Auffällig ist jedoch, dass die Gesundheitsdirektion der Gewinner ist. Deren Vorsteher bekommt gleich ein paar Ämter zugeschanzt. Er wacht ab 2019 über das Amt für Sport, das Eichamt, die Fachstelle Statistik, die Ausgleichskasse und die IV-Stelle. Letztere beiden Einheiten bei der Gesundheitsdirektion anzusiedeln, leuchtet ein. Hingegen ist die Unterstellung des Eichamtes und der Fachstelle Statistik schon eher gewöhnungsbedürftig. Doch auch diese Umschichtung sei, so Manuela Weichelt, mit Bedacht vorgenommen worden: «Die Gesundheitsdirektion ist in Bezug auf die Ämter und Mitarbeiter die kleinste Direktion.» Dies habe sich unter anderem auch dadurch ergeben, dass in jüngster Vergangenheit verschiedene bis anhin bei der Gesundheitsdirektion verortete Aufgaben ausgelagert worden sind. Frau Landammann Manuela Weichelt nennt als Beispiel die Ambulanten Psychiatrischen Dienste. Diese sind in das Psychiatrie-Konkordat ausgelagert worden.
Noch unklar ist derzeit, so Manuela Weichelt, ob allenfalls durch die Direktionswechsel einiger Ämter auch eine Zügelaktion notwendig sein wird. Das Amt für Sport hat seine Büros im Haus an der Aa. Die Gesundheitsdirektion hingegen ist im stattlichen Gebäude der alten Steuerverwaltung am Postplatz einquartiert. Das Amt für öffentlichen Verkehr kommt wohl um eine Zügelaktion herum, denn ihre Büros sind im gleichen Bürogebäude im Verwaltungszentrum an der Aabachstrasse untergebracht wie die der Baudirektion.
Ebenfalls keine Aussagen kann Frau Landammann in Bezug auf das Sparpotenzial der Verwaltungsreform machen.
Ideal ist für den Regierungsrat zudem, dass er für die gestern veröffentliche, Verwaltungsreform weder den Segen des Kantonsrates noch denjenigen des Volkes braucht. So kann er das Tempo selber bestimmen. Und er scheint es eilig zu haben.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.