Leserbrief
Verzicht auf Kryptowährungen

Gedanken zum Hype um den Bitcoin

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Die hochspekulative Digitalwährung ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Dabei geht es nicht nur um die spektakulären Kursschwankungen. Vielmehr muss einmal auf den exorbitanten Stromverbrauch dieser Kryptowährung hingewiesen werden. Deshalb sitzen die Promotoren an Orten, wo sie den günstigsten Strompreis erhalten. Anfänglich waren sie in Sufers im Rheinwald, bis sie in Gondo am Simplon noch bessere Konditionen erhalten haben.

So soll das Unternehmen den Stromverbrauch einer mittelgrossen Schweizer Stadt beanspruchen. Und dies angesichts der Tatsache, dass wir alle uns auf Anweisung der Elektrizitätswerke bemühen, Strom zu sparen. Wir kaufen Elektrogeräte mit reduziertem Stromverbrauch und haben die alten Glühbirnen durch stromsparende Leuchten ersetzt.

Das ist aber auch nötig, weil dem Klima zuliebe bald die Mehrzahl der Autos elektrisch verkehren wird, wobei die Herstellung und Entsorgung der Batterien auch wieder Probleme verursachen. Noch klimafreundlicher und problemlos wäre der Wasserstoffmotor. Aber für die Elektrolyse wird wieder viel Elektrizität nötig sein. Es wurde ein Projekt angedacht, an der Ostküste Grönlands mit Kraftwerken, gespeist vom Wasser des schmelzenden Inlandeises, Wasserstoff im grossen Stil zu produzieren und mit Tankern über die Meere zu verschiffen.

Wie soll sonst der Strom­bedarf gedeckt werden? Jedenfalls würde der Verzicht auf die Kryptowährung schon recht viel des so dringender benötigten Stromes freisetzen.

Hanswalter Schnyder, Zug

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