Video-Blog hilft bei der Berufswahl

Vier Jugendliche aus Cham und Basel möchten mit Portraits von Gleichaltrigen neue Perspektiven aufzeigen.

Fabian Gubser
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Das Team von «eifach-mache.ch» (von oben links im Uhrzeigersinn): Adrian Jäggi, Lisa Berchten, Sahil Oza und Marc Jäggi. (Bilder: Maria Schmid, Zug, 17. September 2019)

Das Team von «eifach-mache.ch» (von oben links im Uhrzeigersinn): Adrian Jäggi, Lisa Berchten, Sahil Oza und Marc Jäggi. (Bilder: Maria Schmid, Zug, 17. September 2019)

Sich für den «richtigen» Beruf zu entscheiden, fällt vielen Jugendlichen schwer. Sei es aufgrund der überwältigenden Auswahl oder wegen der verschiedenen gesellschaftlichen Erwartungen. Diese Erfahrung haben auch vier Jugendliche aus Cham und Basel gemacht. Zusammen haben sie deshalb den Video-Blog «eifach-mache.ch» ins Leben gerufen. Jede Woche veröffentlichen sie einen Video-Beitrag, in dem sie vor allem mit Gleichaltrigen sowohl über die Themen spezielle Berufe und Sackgeldjobs, als auch Freizeitgestaltung sprechen. Die Website ist seit Anfang August online und zählt bis jetzt rund 1500 Aufrufe.

Angefangen hat alles mit der Leidenschaft von Marc Jäggi, Filme beim Skifahren oder beim Wandern zu drehen. Zusammen mit seiner Mutter Silvia Jäggi kam er auf die Idee, Werbung für aussergewöhnliche Berufe zu machen – wie etwa Polymechanikerin. «Und so habe ich einen Blog mit Inspirations-Videos erstellt. Videos, die einen motivieren und Mut fassen lassen, etwas anderes zu machen und sich zu getrauen», sagt Marc Jäggi. Später kann er sich gut vorstellen, beruflich etwas im Bereich Marketing oder Film zu machen. Ursprünglich absolvierte er nach der Sek eine Lehre im Detailhandel. Nach einem Sprachaufenthalt in Australien büffelt er seit kurzem für die Berufsmatura.

Nach und nach holte sich Marc Jäggi Mitstreiter ins Boot, zum Beispiel seine Kollegin Lisa Berchten. Der 21-Jährigen ist es ein Anliegen, Jugendliche zu motivieren, «mehr ihrem Herzen zu folgen» und sich weniger Gedanken darüber zu machen, was andere von ihnen denken. Früher habe Berchten sich schnell von der Meinung anderer einschüchtern lassen, heute lasse sie das weniger zu. Für einen Blog-Beitrag beschloss sie kürzlich, in ihrer Heimatstadt Basel Strassenmusik zu machen – mit der Ukulele. Nun reist Berchten bald nach Indien, um sich dort zur Yoga-Lehrerin ausbilden zu lassen. «Das Wichtigste bei der Berufswahl ist, dass man sich Zeit nimmt und herausfindet, wer man wirklich ist.»

Die Macher arbeiten ehrenamtlich

Auch Marcs Bruder Adrian und sein Freund Sahil Oza zählen mittlerweile zum Team, das den Blog ehrenamtlich unterhält. Silvia Jäggi kümmert sich im Hintergrund um die Organisation – beispielsweise um die Anfragen von Firmen, die an einem Beitrag interessiert sind. Und wie stellt sie sicher, dass man sich nicht einspannen lässt? Jäggi sagt, dass man die Themen selbst auswähle. Marc ergänzt, dass die Beiträge gratis seien und nichts beschönigt werde.

Noch steht das Projekt erst am Anfang. «In einem nächsten Schritt möchten wir stärker mit Unternehmen zusammenarbeiten», sagt Silvia 3. Gerade solche Berufe, die weniger bekannt sind, wolle man beleuchten. Die Vision: «Dass jeder Jugendliche in der ganzen Schweiz die Freiheit verspürt, seinen eigenen Weg zu wählen.»