Leserbrief

Viel Dreck hinter der Fassade

«Zwei Luzerner Organisationen gehören zu den Besten», Ausgabe vom 29. Juli

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Danke für die Blumen für Verkehrshaus und Vogelwarte. Aber der Bericht ist natürlich unvollständig, wenn er sich auf die Plätze 23 und 43 in der Rangliste beschränkt und darüber hinaus die effektiven «Spitzenreiter» kaum thematisiert. Bei diesen braucht es aber keine lange Philosophie, um festzustellen, wie weit Schein und Sein oft auseinanderliegen.

Es mag sein, dass der Auftritt des Weltfussballverbandes Fifa auf den professionellen Werber tatsächlich einen perfekten Eindruck macht. Leider ist aber gerade von der Fifa nur allzu bekannt, wie viel Dreck sich hinter der glänzenden Fassade angesammelt hat. Es geht dabei nicht nur um die gravierenden Fehler in der Vergangenheit, als die prominentesten Exponenten ihre finanziellen Interessen vor die Interessen des Fussballs stellten.

Gleichzeitig erschreckt die bis zur Arbeitsverweigerung reichende Unfähigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen, um dort, wo es noch möglich wäre, vergangene Fehlentscheide zu korrigieren. Krass fehlt es am Willen, die notwendigen Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.

Auch die «Silbermedaille» an das World Economic Forum WEF hat einen sehr schalen Beigeschmack. Als Aussenstehender und Steuerzahler sieht man vor allen Dingen den riesigen Aufwand, um die ganze Talschaft von Davos alljährlich für das Weltwirtschaftsforum in eine Geisterstadt zu verwandeln.

Der Hauptzweck dieser Abschottung besteht ja darin, möglichst alle Stimmen zu unterdrücken, welche den Interessen der Hochfinanz zuwiderlaufen.

Nichts gegen das Verkehrshaus und die Vogelwarte, welche beide ich übrigens auch finanziell unterstütze. Aber wenn alles irgendwie Unangenehme wie bei der Fifa und beim WEF unter den Teppich gekehrt wird, so ist die aalglatte Präsentation gegenüber der Öffentlichkeit ein Betrug und daher nicht mehr eine Marketing-Spitzenleistung.

Jürg Röthlisberger, Cham