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Viele Kochzutaten finden sich im Zuger Wald

Bärlauch, Löwenzahn, Holunderblüten: um nur ein paar Kräuter und Pflanzen aus der Natur zu nennen. Der Trend geht dahin, dass viele ihr Essen wieder direkt vor der Haustüre selber sammeln möchten.
Andrea Muff

Der Wald ist eine Schatzkiste an verschiedenen Zutaten, die entweder im Kochtopf oder direkt auf dem Teller landen. Momentan spriessen Pflanzen und Kräuter aus dem Boden und sind so nicht nur etwas für’s Auge, sondern auch für den Magen. So kann man etwa aus den Tannenschössli – das sind die hellgrünen, neu gewachsenen Spitzen eines Tannastes – Dicksaft machen, Brennnesselblätter als Spinat verwerten oder gar beim nächsten Knöpfliteig beimischen. Die Möglichkeiten sind zahlreich und das Internet voll von neuen Kochideen.

Judith Felder, Heilpraktikerin der Curavita Naturheilpraxis in Unterägeri, sprudelt nur so von Rezepten, wie verschiedene Kräuter aus dem Wald verwendet werden können. «Ich bin zwar nicht die spezialisierte Köchin, aber als Heilpraktikerin kenne ich mich bei den Kräutern aus.» Zudem wohne sie in der Nähe eines Waldes in Menzingen. «Es braucht schon ein bisschen Übung oder besser gesagt ein geschultes Auge, um zu erkennen, was wann verwendet werden kann», erklärt Judith Felder. Sie beobachte den Wald sehr genau. Generell würden viele Zutaten aus dem Wald gut in einen Salat passen, wie etwa junge Himbeer- oder Brombeerblätter oder Schlüsselblumen zum Garnieren. «Im Wald ist alles biologisch, auch am Waldrand», sagt sie und fügt hinzu: «Trotzdem ist es wichtig, einen gewissen Respekt zu haben und das Gesammelte unbedingt zu waschen.»

Bei Unsicherheit an Experten wenden

Aufpassen sollte man beim Sammeln von Bärlauch, dessen Saison jetzt schon bald wieder vorbei ist. Der Bärlauch sieht der Herbstzeitlosen sehr ähnlich. Im Frühling blüht diese Pflanze noch nicht und hat lediglich Blätter, die aussehen wie die Bärlauchblätter. Bei Unsicherheit sollte man eine Pflanzenexpertin fragen oder besser die Finger davon lassen, denn der Verzehr der Herbstzeitlosen kann tödlich enden. So betont Heilpflanzenfrau Brigitte Waser-Bürgi:

«Man muss immer todsicher sein, dass eine Pflanze nicht giftig ist.»

Brigitte Waser betreibt die Heilpflanzenschule Sattel und ist auch viel in der Region Morgarten unterwegs. Sie bietet Kurse an, in denen sie mit den Teilnehmenden am Waldrand nach essbaren Kräutern und Pflanzen sucht. Danach wird etwa ein Mittagessen zubereitet. «Die Nachfrage nach solchen Kursen hat in den letzten Jahren zugenommen», bestätigt die ausgebildete Heilkräutertherapeutin. Sie vermutet, dass dies an der sogenannten grünen Welle liegt. «Die Menschen möchten wieder zurück zur Natur und erfahren, was es Essbares direkt vor der Haustüre gibt.»

Einen kulinarischen Tipp hat die Heilpflanzenfrau noch: Alle essbaren Kräuter wie etwa Bärlauch, Löwenzahn, Knoblauchrauke oder Ringelblumen eignen sich gut als Brotaufstrich, wenn man die Kräuter mit Butter vermischt (ein bisschen Salz dazugeben). Im Gefrierfach ist die selbst gemachte Kräuterbutter lange haltbar. Beim Sammeln ist wichtig, dass man dies mit Dankbarkeit tue, erklärt Brigitte Waser: «Man sollte es als Geschenk sehen, dass wir direkt vor der Haustüre unsere Nahrung finden.»

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