Vier Einsprachen gegen die Erweiterung einer Chamer Kiesgrube 

Der Kanton Zug will das Gebiet Äbnetwald bereits zum fünften Mal vergrössern. Nun regt sich Widerstand.

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So sah die Kiesgrube noch 2015 aus. (Bild: Maria Schmid (Cham, 11. August 2015))

So sah die Kiesgrube noch 2015 aus. (Bild: Maria Schmid (Cham, 11. August 2015))

Das Chamer Gebiet «Hof-Äbnetwald I» ist seit den 1990er-Jahren eine ergiebige Quelle für den Abbau von Kies. Wie Anfang Januar bekannt wurde, will der Kanton die Kiesgrube bereits zum fünften – und voraussichtlich letzten – Mal erweitern. Die entsprechenden Dokumente lagen bis am vergangenen Dienstag öffentlich auf. Laut Baudirektor Florian Weber sind gegen das Abbauprojekt insgesamt vier Einsprachen eingegangen.

Die Risi AG will auf einer Fläche von 11,1 Hektaren im Chamer Äbnetwald das verbleibende Kies abbauen. Gemäss Gesuch ergäbe das Kiesreserven im Umfang von rund 2,1 Millionen Kubikmeter und würde den Kiesabbau im Gebiet für rund zehn weitere Jahre sichern. Da ein Grossteil der Fläche bewaldet ist, hat die Risi AG auch ein Gesuch um Rodung von 10,8 Hektaren Wald gestellt. Diese Fläche soll nach dem Abbau allerdings wieder aufgeforstet werden. Der Kiesabbau im Äbnetwald soll zudem in Etappen von Süd nach Nord erfolgen. Für das gesamte Abbauprojekt inklusive Rekultivierung wird laut Baudirektor Florian Weber mit einer Dauer von etwa 20 Jahren gerechnet.

Die Einwände werden unter die Lupe genommen

Das Abbaugebiet Äbnetwald ist bereits im kantonalen Richtplan festgesetzt. Die vier Einsprachen, welche gegen die fünfte Erweiterung der Chamer Kiesgrube eingegangen sind, werden nun von der kantonalen Baudirektion geprüft. Gefragt nach dem weiteren Zeitplan, sagt Florian Weber: «Das weitere Vorgehen in Sachen Kiesabbau Äbnetwald ist nunmehr Gegenstand weiterer Abklärungen.» (ls)

Ennetseer Kiesgrube geht in die letzte Etappe

Das Gebiet Äbnetwald ist seit Jahren eine ergiebige Quelle, um Kies abzubauen. Der Betreiber plant nun zum fünften Mal eine Erweiterung. Danach müssen allerdings neue Gruben her, um die Zuger Kiesvorräte zu sichern.
Laura Sibold

Die Zuger Kiesreserven reichen noch zehn Jahre

Im Kanton Zug wurden im vergangenen Jahr 576 000 Kubikmeter Kies abgebaut. Die im Richtplan gesicherten Reserven reichen noch für rund zehn Jahre. Dies geht aus dem Jahresbericht 2017 über den Kiesabbau hervor. Im laufenden Prozess über die Richtplanfestsetzung des Kiesabbaustandorts Hatwil in der Gemeinde Cham werden die Erkenntnisse aus der vorliegenden Kiesstatistik einfliessen.