Vier Ruderern vom See-Club Zug gelingt etwas Historisches

Athleten des See-Clubs stehen an den Schweizer Meisterschaften siebenmal auf dem Podest. Der Erfolg des Doppelvierers ragt heraus.

Simon Scheurer
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Raffael Styger, Bojan Reuffurth, Gian Struzina und Andri Struzina (von links gewinnen die erste Medaille im Doppelvierer überhaupt für den See-Club Zug.

Raffael Styger, Bojan Reuffurth, Gian Struzina und Andri Struzina (von links gewinnen die erste Medaille im Doppelvierer überhaupt für den See-Club Zug.

Bild: See-Club Zug/PD

In einer normalen Rudersaison bilden die Schweizer Meisterschaften den Höhepunkt nach der nationalen Rudersaison von April bis Juli. In diesem Jahr ist coronabedingt aber nicht nur im Rudersport alles anders als normal. Die Meisterschaften waren dieses Jahr also für viele Ruderinnen und Ruder das erste und letzte Messen mit der nationalen Ruderspitze über die Normaldistanz.

Der See-Club Zug gewann auf dem Rotsee sieben Medaillen. Einmal mehr eine Klasse für sich war Kurt Struzina im Einer der Master E. Der erfahrenste Athlet der Zuger konnte seinem Palmarès einen weiteren Meistertitel hinzufügen.

Des Weiteren war es wieder einmal Patricia Merz (Elitekader Leichtgewichte) und die ehemalige Juniorenweltmeisterin Jana Nussbaumer, die für einen Zuger Höhepunkt sorgten. Merz und Nussbaumer wurden im Rennen der Doppelzweier in der offenen Kategorie nur knapp um eine Bootslänge auf dem zweiten Platz verwiesen.

Freuen sich über die Silbermedaille: Patricia Merz (links) und Jana Nussbaumer.

Freuen sich über die Silbermedaille: Patricia Merz (links) und Jana Nussbaumer.

Bild: See-Club Zug/PD

Die Zuger Titelverteidigerinnen zeigten ein klug eingeteiltes Rennen und machten mächtig Druck auf das führende Boot des Ruderclub Zürich. Merz/Nussbaumer hatten am Schluss aber gegen die Physis des Zürcher Duos Walker/Fürholz – beides Elite-Kadermitglieder – das Nachsehen. Als Standard für die Physis gilt in der Ruderszene allgemein der Test über 2000Meter auf dem Ruderergometer. Die Zürcherinnen bringen in diesem Test Frauen der offenen Kategorie durchschnittlich 20 Sekunden schnellere Zeiten als die Zuger Leichtgewichte. Kurz gesagt: Überlegene Zürcher Physis siegte über Zuger Technik, wenn auch nur knapp.

See-Club Zug beweist eine gewisse Breite im Verein

Für die zweite prestigeträchtige Medaille waren wieder Mitglieder der Familie Struzina verantwortlich. Wie auch Patricia Merz starteten die Zuger Kaderruderer Andri Struzina (Leichtgewicht Elite) und Gian Struzina (Leichtgewicht U23) in der offenen Kategorie zusammen mit ihren Klubkollegen Bojan Reuffurth und Raffael Styger im Doppelvierer der Männer. Während im Rennen der Einer und Doppelzweier die Kadermitglieder praktisch unter sich sind, ist es im Rennen der Doppelvierer ein Mix aus Klub- und Kaderathleten, die sich messen. Es gewinnt also nicht der Verein mit den stärksten Einzelathleten, sondern derjenige mit einer gewissen Breite. Gegen das siegreiche Boot des See-Club Luzern konnte die Zuger Crew wenig ausrichten. Die Luzerner kamen mit einer offenen Länge vor den Zugern ins Ziel, die wiederum eine offene Länge vor Thalwil lagen.

Auch wenn die Zuger in den letzten Jahren im Einer oder Zweier der offenen und auch leichten Kategorie der Männer Meisterfanions entgegennahmen, ist dieser zweite Platz der Crew Struzina/Struzina/Reuffurth/Styger als aussergewöhnlich zu bewerten: Nie zuvor in den letzten 30Jahren war es einem See-Club-Doppelvierer der Männer gelungen, aufs Podium zu fahren. An den Meisterschaften von 2001 und 2009 gewannen die Zuger Martin Urscheler und Samuel Annen in einer Renngemeinschaft das letzte Mal eine Medaille in dieser wichtigen Kategorie.

Auch der Nachwuchs ist auf Kurs

Erwähnenswert sind auch die Leistungen der Zuger in den Nachwuchskategorien. Der See-Club wurde als drittbester Klub in der Nachwuchswertung «Vive la relève de l’aviron Suisse» ausgezeichnet. Verantwortlich dafür waren die Leistungen von Julia Lüscher und Lia Borter im U19-Zweier ohne Steuerfrau, Lia Borter und Aline Trevisan im Doppelzweier U17, Philipp Brüllmann, Nicolas Nadig, Lorenz Kerenyi und Samuel Bisang im Vierer ohne Steuermann U17 sowie Brüllmann, Kerenyi, Bisang und Ivo Löpfe im Doppelvierer U1f7. Alle diese Boote erkämpften sich auf dem Rotsee die Bronzemedaille.

Auch der Ruderclub Cham freut sich über einen Podestplatz: Der U15-Doppelvierer mit Simon Dilger, Armin Arnold, Nico Knüsel und Dario Schuler wurde Zweiter im B-Final.

In der ersten Version dieses Artikels waren die Medaille von Julia Lüscher und Lia Borter im U19-Zweier sowie der Podestplatz des RC Cham nicht erwähnt. Wie bedauern dieses Versäumnis.