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Vierkampf um den Königstitel am Eidgenössischen Schwingfest in Zug

Die elfjährige Berner Regentschaft dürfte in Zug zu Ende gehen.
Jonas von Flüe
Drei der Favoriten: Armon Orlik, Pirmin Reichmuth und Joel Wicki (von links). (Bild: Alexandra Wey / Keystone, 7. Juli 2019)

Drei der Favoriten: Armon Orlik, Pirmin Reichmuth und Joel Wicki (von links). (Bild: Alexandra Wey / Keystone, 7. Juli 2019)

Die Berner Regentschaft begann bereits im Jahr 2008. Seit dem Triumph von Christian Stucki am Kilchberger Schwinget gewannen die Berner sämtliche Schwingfeste mit eidgenössischem Charakter – mit Ausnahme des Unspunnen- Schwingets 2011, als der St.Galler Daniel Bösch überraschend oben- ausschwang.

Doch die Berner Dominanz bröckelt. Zum engsten Favoritenkreis auf den Titel des Schwingerkönigs zählen dieses Jahr andere: Sie kommen aus der Inner- oder der Nordostschweiz, sind zwischen 21 und 24 Jahre alt und stehen für eine neue Generation von Schwingern, die nicht mit ihrer Masse, sondern mit Kraft, Technik und Athletik überzeugen. Sie heissen Joel Wicki, Pirmin Reichmuth, Armon Orlik und Samuel Giger.

Orlik profitiert von seiner Erfahrung

Nehmen wir das Quartett mal genauer unter die Lupe: Der Bündner Orlik ist mit 24 Jahren der Älteste der Favoriten und hat am meisten Erfahrung. Bereits 2016 stand er im Schlussgang des «Eidgenössischen», unterlag aber dem Berner Matthias Glarner. Eine bittere Erfahrung, die für seine weitere Karriere aber sicherlich förderlich war. Orlik kennt den Druck, die Anspannung, wenn es um die Entscheidung geht. In dieser Saison gewann er mehrere Kranzfeste. Am «Innerschweizerischen» wurde er starker Dritter, besiegte Eidgenossen wie Philipp Gloggner oder Erich Fankhauser. Orlik ist in diesem Jahr noch unbesiegt. Ihm fehlt jedoch auch ein Sieg gegen einen ganz starken Gegner. Das mit Spannung erwartete Duell mit Pirmin Reichmuth am «Innerschweizerischen» endete gestellt. Zu seiner Favoritenrolle sagt er: «Diese Rolle gefällt mir eigentlich.»

Der Stern von Pirmin Reichmuth hingegen ist erst in diesem Jahr so richtig aufgegangen. Der Chamer galt früh als grosses Talent. Vor fünf Jahren, als 18-Jähriger, stand er im Schlussgang des Innerschweizer Schwingfests in seinem Wohnort. Ihm wurde eine grosse Zukunft prophezeit. Doch es folgte grosses Verletzungspech: Drei Mal riss das Kreuzband. Die Karriere schien zu Ende, bevor sie richtig angefangen hatte. Doch Reichmuth hat nicht aufgegeben: Er gewann in diesem Jahr vier Kranzfeste, war der logische Sieger auf dem Brünig – und er konnte mit Joel Wicki einen anderen heissen Favoriten auf den Königstitel besiegen. Reichmuth sagt: «Ich muss versuchen, mit dem Druck richtig umzugehen und auf den Saisonhöhepunkt so richtig ‹giggerig› zu werden.»

Wicki will mehr als den eidgenössischen Kranz

Joel Wicki durfte bereits als 16-Jähriger an einem «Eidgenössischen» teilnehmen. Doch im Gegensatz zu den anderen Favoriten ist der Sörenberger noch kein «Eidgenosse», kein «Böser». Ein Wadenbeinbruch kostete ihn 2016 die Teilnahme am «Eidgenössischen» in Estavayer. Der Tiefpunkt einer ansonsten fast perfekten Karriere. Bereits als Jungschwinger war Wicki ein Ausnahmetalent. Das Kraftpaket beeindruckt mit seiner Explosivität. Wo er antritt, ist er Favorit. In Zug soll nun die Krönung folgen – mit dem ersten eidgenössischen Kranz gibt sich der 22-Jährige nicht zufrieden.

Bleibt Samuel Giger. Der 21-Jährige musste wegen einer Schulterverletzung einige Schwingfeste auslassen, kehrte aber eindrücklich ins Sägemehl zurück. Auf dem Weissenstein gewann er alle sechs Gänge, im Anschwingen gegen Kilian Wenger. Er sagt: «Ich blicke fokussiert Richtung Zug und lasse mich nicht verrückt machen.»

Und was darf man von den einst so dominanten Bernern erwarten? Ihre Hoffnungen liegen auf Christian Stucki, trotz seiner 34 Jahre, trotz seiner Verletzungspause. Und auf Matthias Aeschbacher und Kilian Wenger. Zu gern würden sie ihre Regentschaft noch um ein paar Jahre verlängern.

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