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Kolumne

Vogel, Popstar, Politiker

Rahel Hug, Redaktorin Gemeinden Zug, über ihre Fasnachtsverkleidungen im Laufe der Jahre.
Rahel Hug
Rahel Hug (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. Februar 2019))

Rahel Hug (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. Februar 2019))

Als Kind habe ich mich bevorzugt als Tier verkleidet. Unspektakulär, ich weiss. Doch meine Kostüme waren stets ziemlich originell, finde ich. Das ist in erster Linie meinen Eltern zu verdanken. An meine selbst gekleisterte Vogel-Maske und den eigens genähten Feder-Umhang kann ich mich noch gut erinnern. Doch nicht immer zog ich als Tier in die fünfte Jahreszeit. In ein menschengrosses Rüebli habe ich mich auch schon verwandelt.

Einmal war die ganze Familie als Güselsäcke unterwegs. Simpel, aber wirkungsvoll: In den Sack schnitten wir Löcher für Arme und Beine, auf dem Kopf trugen wir eine Badekappe, bestückt mit Abfällen. Plastikverpackungen, Stoffreste, alte Nastüechli, Shampooflaschen. Die belustigten Blicke der Passanten hatten wir auf sicher.

Im Teenageralter dann hatte es mir das Musik- und Showbiz angetan. Zum Beispiel zog ich als Paul Stanley, auch bekannt als «The Starchild», von der Kultrockband Kiss durch die Strassen. Später verkörperte ich den deutschen Rapper Sido – seine charakteristische Totenkopfmaske war mit Karton und etwas Alufolie relativ einfach herzustellen.

Als Popsänger Lou Bega punkteten meine Freundinnen und ich vor allem mit der Musik, die wir dabei hatten: Mambo No. 5, unser Hit der Neunzigerjahre. Die Verkleidung war damals eher zweitrangig. Anders bei «Pussy Riot», der feministischen und regierungskritischen Punkband aus Russland: Mit knallfarbenen Outfits, Strumpfmasken und aufgenähten, nicht ganz braven Slogans bezogen wir erstmals an der Fasnacht auch ein bisschen ein politisches Statement.

Inzwischen gehe ich es ruhiger an. Die Fasnacht verfolge ich gerne, jedoch selten kostümiert. Das liegt unter anderem daran, dass wir Zeitungsmacher in den Tagen zwischen dem Schmutzigen Donnerstag und dem Aschermittwoch einiges zu tun haben. Arbeiten und richtig fasnächtlen – beides zusammen geht irgendwie nicht. Deshalb konzentriere ich mich in der Regel auf ersteres.

Mit einer Ausnahme: Gemeinsam mit zwei Redaktionskollegen habe ich mich vor einigen Jahren nach Feierabend ins Treiben gestürzt. Maskiert als Gemeinderäte. Unser Sujet fanden wir drei, die uns tagtäglich mit der Lokalpolitik auseinandersetzen, ganz besonders glatt. All die Jugendlichen an der Dorffasnacht hingegen beäugten uns eher skeptisch und fanden uns wohl etwas komisch. In welcher Gemeinde wir unterwegs waren, das sei an dieser Stelle nicht verraten.

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