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Voliere in Zug: «Die Kürzung ist nicht angemessen»

Weniger städtisches Geld für Voliere und Hirschgehege wäre für den Betreiberverein ein ziemlicher Einschnitt.
Zoe Gwerder
Ein Wellensittich in der Voliere am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 1. Mai 2018)

Ein Wellensittich in der Voliere am Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 1. Mai 2018)

10'000 Franken weniger will der Stadtrat dem Ornithologischen Verein (OVZ) bezahlen. Anstatt 130'000 noch 120'000 pro Jahr. Der Grund sind Rückstellungen des Vereins – dieser besass Ende 2018 ein Vermögen von total 200'000 Franken. Solange ein Verein Geld von der Stadt erhält, darf er gemäss Stadtrat kein Vermögen anhäufen. Wobei der OVZ aufgrund seiner besonderen Situation gemäss Leistungsvereinbarung bis zu 20000 Franken pro Jahr zurückstellen könnte. Gemäss der Präsidentin des Vereins Annelies Häcki Buhofer konnte dies jedoch in den letzten Jahren nicht ausgeschöpft werden. «Hingegen hat eine sehr grosszügige Spenderin für unseren zweckgebundenen Fonds gespendet.»

Häcki Buhofer ist der Meinung, dass die Kürzung nicht angemessen ist. «Wir sehen unsere Leistungen bei der Voliere, dem Hirschgarten sowie bei der Betreuung der Spyrenkolonie als Dienst für die Öffentlichkeit.» Die jährlich 130'000 Franken der Stadt habe man fast ausschliesslich für die Lohnzahlungen des Tierpflegepersonals verwendet. «Der Vorstand arbeitet unentgeltlich – gar auf ein Jahresessen wird verzichtet.» Die übrigen Kosten würden aus Mitteln die der Verein selber generiert gedeckt – Mitgliederbeiträge, Einnahmen der Spendenkassen in den Gehegen sowie durch das Vermögen.

«Wir finden es nicht angemessen, dass uns aufgrund des Erfolgs, den wir bei unserer Spendensuche haben, nun ohne Vorwarnung der Beitrag gekürzt werden soll. Der Stadtrat macht hier leider keinen Unterschied zwischen einem Sportverein und uns.» Häcki Buhofer spricht damit an, dass der Ornithologische Verein Geld auf der Seite benötigt. «Wir sind wie eine kleine Unternehmung und müssen für längere Krankheitsausfälle oder Arbeitskonflikte gerüstet sein. Auch für den Fall, dass eine Tierseuche grassieren soll, bräuchte es Geld, um die Tiere zu ersetzen.» Zudem sei es in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden, das entsprechende Personal zu finden. «Früher reichte es, Freiwillige zu rekrutieren und diese dann für ihre Spesen zu bezahlen. Heute brauchen wir aufgrund des Tierschutzgesetzes Leute mit einem entsprechenden Abschluss. Da müssen wir auch entsprechende Löhne bezahlen können.» Für den Verein arbeiten zwei Tierpfleger zu je 60 Prozent sowie Aushilfen im Pensum von rund 40 Prozent. «Auch an Feiertagen muss die Arbeit täglich gemacht werden», erklärt Häcki Buhofer. Zudem seien die Mitarbeiter auch auf Pikett, um im Notfall ausrücken zu können.

Der Stadtrat verlangt, dass der Verein nun sein Vermögen abbaut. Der Verein hat einige Projekte auf dem Radar. Spruchreif seien diese aber noch nicht. Es geht um Zoopädagogik, Erhaltungszucht sowie um einen Ausbau des Internetauftritts.

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