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Vom Ehrgeiz gekitzelt, ist der Topgoalie zu Zug United zurückgekehrt

Zug United bestreitet ab dem Samstag die Playoff-Viertelfinals gegen Köniz. Der Goalie Petter Nilsson dürfte in dieser Serie häufig im Fokus stehen. Ihn hatte bis vor wenigen Wochen keiner auf der Rechnung.
Raphael Biermayr
Petter Nilsson ist mit seinen 1,90 Metern ein Hüne. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 13. Januar 2019))

Petter Nilsson ist mit seinen 1,90 Metern ein Hüne. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 13. Januar 2019))

Eigentlich wollte Petter Nilsson (bald 32) keine Playoffs mehr bestreiten; dieses Jahr sicherlich, vielleicht sogar nie mehr. Denn im vergangenen Sommer fiel er in ein Motivationsloch, sagt er selbst. Die mehr als zwei Jahrzehnte im Unihockey waren nicht spurlos an ihm vorbeigegangen: die Knie, die Schulter – die üblichen Verschleiss-Körperteile eines Goalies. Sein Verein, Zug United, teilte ­offiziell mit, dass der ehemalige schwedische Nationaltorhüter seine Karriere beendet hatte.

Ein halbes Jahr später ist alles anders. Nilsson freut sich auf die am Samstag beginnende Viertelfinalserie gegen Köniz. Es ist die ­Wiederauflage der letztjährigen Affiche, als die Zuger als Aufsteiger dank eines Siegs und starker Gegenwehr gegen den nachmaligen Meister einen Achtungserfolg landen konnten. «Dieses Jahr sind wir viel stärker und haben die grössere Chance, weiterzukommen», ist Nilsson überzeugt. Im vergangenen Jahr habe er im Team eine gewisse Nervosität ausgemacht, angesichts der erstmaligen Playoffqualifikation in der Vereinsgeschichte. Diese sei jetzt nicht spürbar.

Dass Petter Nilsson seinen Teil zu einer erfolgreichen Kampagne beitragen will, stellte sich Ende Jahr heraus. Der Schwede weilte in der Schweiz, um seine Freundin in Hünenberg und seine Freunde andernorts zu besuchen. Nach Gesprächen mit seinen Ex-Teamkollegen wurde ihm bewusst, dass sein Ehrgeiz ihn wieder kitzelte, schildert er. So unterschrieb der 1,90-Meter-Hüne einen Vertrag – nicht nur bis zum Ende der laufenden Saison, sondern bis zum Frühling 2020. Die Arbeitssuche stellt der ehemalige Angestellte am Hauptsitz der Migros Luzern hinten an: «Ich will mich ganz auf die Playoffs konzentrieren.» Nilsson war im Jahr 2005 Goalie des U19-Weltmeister-Teams. Als Aktiver hat er aber noch nie einen Titel gewonnen. Auf einen Coup mit Zug angesprochen, sagt er – im Wissen um die klare Aussenseiterrolle seiner Mannschaft: «Das wäre eine unglaubliche Geschichte.»

Die Statistik ist eindeutig

Träumen ist im Lager der United zwar erlaubt. Doch der Zuger Trainer Sascha Rhyner mahnt zur Bodenständigkeit. «Wir müssen realistisch bleiben. Für uns ist bereits die neuerliche Playoff-Qualifikation ein Erfolg», sagt er. Er rechnet vor, dass sein Team von zehn Begegnungen mit den Könizern seit dem Wiederaufstieg ­deren neun verlor. Davon entfielen drei Niederlagen auf die laufende Spielzeit (zwei in der Meisterschaft, eine im Cup).

Ob für die United eine Überraschung in Reichweite gelangen wird, wird massgeblich von den Leistungen von Petter Nilsson abhängen. Für Rhyner gehört er, gleichauf mit dem Schweizer Nationaltorhüter Pascal Meier (GC), zu den zwei stärksten Keepern der NLA. Dass die jungen Torhüter im Zuger Kader, Florian Bär und Daniel Mück, denen nach Nilssons Abgang das Vertrauen galt, in ihrer Entwicklung gehemmt werden, sei zu akzeptieren, stellt Rhyner klar. «Nachdem sich Petter entschieden hatte, weiterzuspielen, mussten wir diese Chance einfach nutzen. Das Team kennt ihn und vertraut ihm.»

Das erste Spiel findet am Samstag um 18 Uhr in der Weissenstein-Halle in Bern statt. Am Sonntag empfangen die Zuger die Könizer zur zweiten Partie (17.00, Sporthalle). Mehr zu den NLA-Playoffs gibt es hier.

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