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Mit der Stadtmusik Zug von fern nach nah

Am Mittwoch liess sich die Stadtmusik Zug in der vollen St.-Oswald-Kirche feiern. Zurecht, denn geboten wurde klassische Musik auf höchstem Niveau, verpackt in eine musikalische Reise.
Haymo Empl
Sorgte für volle Ränge: die Stadtmusik Zug. (Bild: Haymo Empl)

Sorgte für volle Ränge: die Stadtmusik Zug. (Bild: Haymo Empl)

Am Tag vor Auffahrt finden traditionellerweise viele Konzerte statt – Musikliebhaber haben dann oftmals die Qual der Wahl. In Zug war wohl schon länger klar, wo man hingehen würde: Die St.-Oswald-Kirche war praktisch bis zum letzten Platz besetzt, kurz vor Konzertbeginn wurden noch eilig zusätzliche Stühle herangeschafft. Das erstaunt, denn bei klassischer Musik ist ein solcher Andrang alles andere als selbstverständlich. Und noch seltener sind an solchen Konzerten junge Leute.

Diese hohe Jugenddichte im Publikum als auch in der Besetzung der Stadtmusik kann einerseits erklärt werden durch das bekannt hohe Niveau und die Spielfreude der Stadtmusik. Präsident Ralph Rüssli hat aber noch eine andere Erklärung: «Unsere Struktur des ‹Projekt-Orchesters› ist gerade für jugendliche Musiker und Musikerinnen sehr attraktiv. Gehaltvolle Musik zusammen mit einem überschaubaren Zeithorizont hat in vielen Kalender von jungen Menschen eher Platz», erklärt er.

Talentierte Musiker

Gespielt wurde praktisch vom ersten Ton an sicher-souverän und man dachte keine Sekunde daran, dass es sich hier nicht um ein professionelles Ensemble handelte, sondern um eine Zusammensetzung aus leidenschaftlichen Amateurmusikern. Erfrischend ambitioniert führte Dirigent Sandro Blank nicht nur auf musikalischer Ebene als Leiter durch den Abend, sondern auch auf verbaler: Die Stücke wurden jeweils kurz mündlich erläutert und somit fanden sich auch Klassikneulinge im Konzert bestens zurecht.

Nach dem fulminanten Auftakt mit Gustav Holst und seiner «Jupiter Hymn» dann bereits der nächste musikalische Leckerbissen: Antonin Dvořák mit der American Suite op. 98b. Die fünf Sätze begeisterten – dazu trug auch die Akustik in der Kirche bei: Denn obschon das Orchester von der Grösse her beeindruckend war, konnte jeder Ton überall gehört werden. Kristallklarer Klang also, für die Zuhörer ein Segen, für die Musiker mit Abstichen; denn bedingt durch die räumliche Gegebenheit war es für einzelne Musiker auch nicht möglich, sich mit seinem Instrument in der Masse zu «verstecken».

Auf die Akustik der Kirche angesprochen erklärt Sandro Blank: «Das Ensemble löste das Problem der Akustik ganz gut, wie ich finde.» Und damit auch wirklich alle Töne so klangen, wie sich das die Komponisten vorgestellt hatten, wurde schlicht und einfach hart und intensiv geprobt. «Am meisten gearbeitet – im technischen Sinne – haben wir wahrscheinlich am Schlusssatz der American Suite. Dieser bringt ensembletechnische Höchstschwierigkeiten mit sich», so Sandro Blank weiter.

Allerdings waren von diesen «Schwierigkeiten» am Konzertabend für das Laienohr nichts zu hören, zu rund und in sich stimmig war die Aufführung. Auch Stücke aus der Schweiz fanden Platz: Oliver Waespi mit seiner «Legenda Rumantscha» aus dem Jahr 2006: Sechs romanische Volkslieder wurden zu einer Rhapsodie verarbeitet. Einige davon sind vor allem im Bündnerland weit verbreitet, andere sind aber auch dort weniger bekannt: Allen war aber gemein, dass es sich in ihrer schlichten Schönheit um eigentliche Perlen der Musikkunst handelte.

Und nun wurde auch eine weitere Gemeinsamkeit klar: Das musikalische Leitmotiv hätte auch unter dem Thema «Von fern nach nah» stehen können. Holsts «Jupiter» zum Auftakt, Waespis Rhapsodie mit helvetischem Liedgut zum Schluss, schöner hätte der Bogen kaum gespannt werden. Die musikalische Auswahl kam gut an beim Publikum.

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