Vom Libor zum Saron

Die Rollover-Hypothek basiert auf dem Libor-Zinssatz. Nun soll dieser Referenzsatz per Ende 2021 eingestellt werden. Was hat dies für Auswirkungen auf Ihre Hypothek?

Viktor Gegeckas, Produktmanager, Zuger Kantonalbank
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Das absehbare Ende des Libors (siehe Box) per 31. Dezember 2021 ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Deshalb haben fast alle Banken mittlerweile die Rahmenlaufzeit der bisherigen Libor-Hypothek eingeschränkt. Davor konnten Rahmenlaufzeiten bis zu 5 Jahren fixiert werden, letztes Jahr gingen die meisten Banken auf 3 Jahre und dieses Jahr auf maximal 2 Jahre zurück – so auch die Zuger Kantonalbank.

Libor und Saron historisch mit ähnlichen Werten

Dies, um keine Unsicherheiten über die zukünftige Handhabung der Zinsstellung nach Abschaffung des Libors zu schaffen. Die Kunden haben sich an das in den 1990er-Jahren eingeführte Geldmarktprodukt gewöhnt und werden weiterhin ein Produkt ähnlich der Libor-Hypothek wünschen. In der Schweiz haben die Banken eine nationale Arbeitsgruppe gegründet, die sich des Themas «Ersatz des ­Libors» angenommen und als Nachfolge-Index den Saron nahegelegt hat (siehe auch www.snb.ch). Dieser von der Arbeitsgruppe festgelegte Nachfolge-Referenzzinssatz Saron existiert schon länger. Der grundsätzliche Unterschied besteht darin, dass der Libor auf Einschätzungen von ausgewählten Banken bestand, zu welchem Zinssatz sie Geld am Markt über verschiedene Laufzeiten aufnehmen könnten. Der Saron hingegen basiert auf effektiven Abschlüssen, die die Banken getätigt haben. Die Laufzeit des Saron ist zudem viel kürzer, was für eine längerfristige kreditbasierte Verwendung weitere Definitionen erfordert. Ein Vergleich mit dem ­Libor zeigt, dass sich die beiden Werte in der Vergangenheit ungefähr ähnlich verhalten haben.

Haben Sie selber eine Rollover-Hypothek? Unternehmen müssen Sie vorderhand nichts. Sie werden von Ihrem Kundenberater zu gegebener Zeit über die Möglichkeiten informiert.

Libor und Saron

 «Libor» ist die Abkürzung für «London Interbank Offered Rate». Der Franken-Libor wird seit 1989 täglich durch die British Bankers Association aufgrund der Meldungen von zwölf international tätigen Banken festgelegt. Er wird als Grundlage für die Berechnung des Kreditzinses herangezogen. Auf Ende 2021 wird der Libor durch den «Saron» (Swiss Average Rate Overnight) abgelöst. Er basiert auf den Transaktionen und verbindlichen Preisstellungen des Schweizer «Repurchase operation (Repo)»-Marktes. (haz/pd)