Von ärgerlichen Kaugummiresten auf Zugs Strassen und Wegen

Mit bald noch wärmeren Temperaturen ist das Zugerseeufer ein Magnet für einen Spaziergang und anderes.

Marco Morosoli
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Kaugummi gehört in den Mund, nicht auf die Strasse.

Kaugummi gehört in den Mund, nicht auf die Strasse.

Archivbild: Stefan Kaiser

Eine Leserin dieser Zeitung nervt sich über auf die Strasse gespuckte Kaugummis. Was einst zum Genuss produziert worden ist, sorgt bei anderen Mitmenschen hinterher für Ärger. Der Sachverhalt ist klar: Wer sich beim Kaugummi-auf-den-Boden-spucken erwischen lässt, bekommt eine Busse von 100 Franken. Der Bussenkatalog gilt im Kanton Zug seit dem 1. Oktober 2013. Laut Sicherheitsdirektion des Kantons Zug ist eine Bagatellübertretung dann erfüllt, wenn achtlos Kleinabfälle wie Dosen, Flaschen und Essensreste auf den Boden geworfen oder einfach liegen gelassen werden. Gebüsst wird auch, wer «aussergewöhnlichen Lärm» verursacht. Es dürfte für eine Übertretung auch reichen, einen Beutel Snus auf dem Boden zu entsorgen.

Wie viele Bussen im Vorjahr in diesem Tatbestandsbereich ausgesprochen wurden, ist bis zur Veröffentlichung der Zuger Kriminalstatistik nicht eruierbar. Frank Kleiner, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, sagt, dass diese Zahlen «Ende März» der Öffentlichkeit präsentiert würden. Bei der Durchsicht der ausgesprochenen Strafbefehle im Monat Februar fand sich eine Übertretung, auf welche die Littering-Problematik passt. Eine Frau hat im Ennetsee einen Plastiksack mit Hauskehricht in einem öffentlichen Abfallkorb deponiert. Damit hat sie gegen das Abfallbewirtschaftungsreglement verstossen. Kostenpunkt: 200 Franken. Wie die Abfall-Polizei auf die Spur der Frau gekommen ist, geht aus dem Strafbescheid nicht hervor. Klar ist: Im Sommer dürften die Übertretungen wegen Verunreinigungen durch Kleinabfälle wieder zunehmen.

Die Stadt Zug hat die Treffs am Seeufer erforscht

Nach dem milden Winter nähern sich die Temperaturen in diesen Tagen der 20-Grad-Marke. Die Leute streben bei diesen Bedingungen in Richtung See. Das hat sich am vorvergangenen Sonntag eindrücklich gezeigt. Der Zuger Stadtrat Urs Raschle, Vorsteher Soziales, Umwelt und Sicherheit, hat bei einem Besuch am Seeufer festgestellt, dass sich am späteren Abend eine «freie Zone» für Jugendliche und junge Menschen entwickelt habe. Es sei sein erklärtes Ziel, «die Durchmischung der Gesellschaft in diesem Bereich» zu verbessern. Wie Raschle weiter ausführt, sei die soziale Kontrolle immer noch die beste.

Was im Männerbad vorgegangen ist, macht Raschle Mut. Durch den Betreiberwechsel beim dortigen Kiosk sei es gelungen, einen sogenannten «Hotspot» zu entschärfen. «Ramon Nietlispach und sein Team haben dort sofort eine wichtige Sicherheits-, aber auch soziale Aufgabe übernommen und beruhigend gewirkt», sagt der Stadtrat. Den eingeschlagenen Weg will der Vorsteher Soziales, Umwelt und Sicherheit weitergehen. Es sei ihm ein grosses Anliegen, in dieser Angelegenheit am Ball zu bleiben. Eine frohe Botschaft hat er immerhin schon einmal übermittelt erhalten: Die Littering-Fälle haben in der Stadt Zug leicht abgenommen.

Wie heiss das Thema Sicherheit am Seeufer auf der Bühne der Politik ist, könnte sich bereits morgen Abend im Grossen Gemeinderat zeigen, wenn der Rat über eine FDP-Interpellation zu diesem Thema debattieren wird.