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Von der Konsole auf das Feld – die Geschichte eines Walchwiler Footballers

Romano Zanella spielt für die Luzern Lions in der Nationalliga A. Der 27-Jährige gehört zu den Routiniers beim Aufsteiger und weiss genau, was er will.
Michael Wyss
Romano Zanella hat über den Fussball zum Football gefunden. (Bild: Stefan Kaiser, 8. Mai 2018)

Romano Zanella hat über den Fussball zum Football gefunden. (Bild: Stefan Kaiser, 8. Mai 2018)

«Erfolgsmomente, die gibt es für mich in jedem Spiel. Da kann eine gute Aktion in der Offensive oder eine starke Defensivleistung sein. Das sind die Momente, die zählen», weiss der Walchwiler Romano Zanella.

Der 27-jährige Baupolier spielt seit 2008 Football und hielt seinem Stammverein, den Luzern Lions, immer die Treue. Als bisherige Karriere-Highlights bezeichnet er die beiden Aufstiege in die Nationalliga A. «Die erste Promotion im Jahr 2014 war natürlich noch etwas spezieller, weil es der bis dahin grösste Erfolg in der Vereinsgeschichte war», erinnert sich Zanella. Im letzten Sommer kehrten die Lions in die höchste Spielklasse zurück, nachdem sie zwei Jahre in der NLB zugebracht hatten.

Vor seiner Laufbahn als Footballer war Zanella Fussballer. Im FC Walchwil entdeckte er seine Leidenschaft für Sport. Er begann im Nachwuchs und spielte später auch in der ersten Mannschaft.

Im Alter von 17 Jahren wechselte Zanella, der mittlerweile in Arth wohnt, zum Football. «Nachdem mich ein Kollege auf die Lions aufmerksam gemacht hatte, besuchte ich ein Schnuppertraining in Luzern und war begeistert, es hat mich gleich gepackt.»

Football war dem Walchwiler nicht ganz fremd – wenn auch nicht aus der realen Welt: «Ich habe mich im Alter von zwölf, dreizehn Jahren immer wieder an der Spielkonsole darin versucht. Damals dachte ich bereits, dass das ein cooles Spiel sein muss, das ich selber einmal ausüben möchte.»

«Ich fahre nicht zum Plausch»

Mittlerweile steht er in seiner zehnten Saison bei den Lions. Er spielt auf der Defenseposition des Safety, wo er einen kühlen Kopf bewahren muss. «Ich kann auf dem Feld schon mal laut werden und meine Gefühlslage zeigen. Ich fahre ja nicht zum Plausch zwei Mal in der Woche zum Training nach Luzern und investiere noch in meine Freizeit x Stunden in die Fitness und Kraft», sagt Zanella. Sein Ziel mit den Luzernern? «Ich will auch nächste Saison in der höchsten Liga spielen und hoffe, dass wir den Verbleib in der NLA schaffen».

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass es für den Aufsteiger kein leichtes Unterfangen ist. Nach dem sechsten Spieltag rangieren die Lions mit null Punkten auf dem sechsten und letzten Rang. Vier Runden vor Schluss spitzt sich der Kampf um den Ligaerhalt zu. Luzern müsste für die direkte Klassenzugehörigkeit Rang fünf erreichen. Das Team auf dem sechsten Platz muss in die Barrage gegen den NLB-Meister. «Für unseren Verein, insbesondere für unseren Nachwuchs ist es wichtig, dass wir die Klasse halten können, so bleiben wir auch konkurrenzfähiger und interessant für neue Spieler», erklärt Zanella.

«Ich gehe meinen eigenen Weg, schaue nicht nach links oder rechts, sondern bleibe ich.»

Offenbar stösst die Sportart auf Interesse: «Mit 400 bis 500 Zuschauern pro Heimspiel boomt Football in Luzern. Deshalb wäre es wichtig, wenn wir vom Image einer Liftmannschaft wegkommen könnten», erklärt der 27-Jährige. Die amerikanische National Football League (NFL) ist das Mass aller Dinge in dieser Sportart. Welchem Idol eifert Zanella nach? «Niemandem», stellte er klar. «Ich gehe meinen eigenen Weg, schaue nicht nach links oder rechts, sondern bleibe einfach ich.»

Zweiter Verein ist in Zug

Für den 184 Zentimeter grossen und 88 Kilogramm schweren Spieler, der in seiner spärlichen Freizeit Töff und Quads fährt, sieht Football als Abwechslung zu seinem Berufsalltag: «Hier kann ich abschalten und in meine eigene Welt eintauchen. Football begeistert mich wie am ersten Tag. Es ist ein vielseitiger Sport, der mir alles abverlangt. Körperlich und mental. Du musst im Team funktionieren und kannst kurz vor Schluss ein Spiel noch zum Sieg drehen aber auch einen Vorsprung verspielen und so verlieren. Das ist das Spannende an diesem Sport.»

Und warum spielt Zanella in Luzern? «Wer in der Zentralschweiz wohnt und auf ansprechendem Niveau spielen will, hat nur eine Möglichkeit, nämlich die Luzern Lions.» Das zweite Zentralschweizer Team, die in Zug beheimateten Midland Boucers, spielen derzeit in der NLC. Romano Zanella ist deshalb klar, wie seine Zukunft aussieht. «Ich bleibe auch in der nächsten Saison ein Löwe. Unabhängig vom Ligaerhalt. Hier passt es für mich.»

Unterstützt bei seinem zeitintensiven Hobby wird Zanella von seiner Freundin, der 23-jährigen Artherin Michelle Weber. «Sie war früher selber Handballspielerin und weiss daher, welchen Aufwand man betreiben muss und hat Verständnis dafür, wenn wir nicht so viel Zeit miteinander verbringen. Sie stärkt mir den Rücken und ist eine moralische Stütze für mich», sagt Zanella.

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