Leserbrief

Von einer Verlegung zu sprechen, ist unzutreffend

«Der Wanderweg ist geschlossen, die Alternative umstritten», Ausgabe vom 26. Juni

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Es ist an der Zeit, gewisse Richtigstellungen zu der Diskussion über die Wegverlegung vorzunehmen.

Von einer Verlegung zu sprechen, ist nicht zutreffend. Zu dieser Zeit waren zwei Wege auf diesem kurzen Waldstück. Dies zum einen der offizielle im Richtplan eingetragene Weg und die Abkürzung. Zwei Wege konnten aus Sicht der Grundeigentümer nicht akzeptiert werden.

Aus diesem Grunde wurde eine Begehung gemeinsam mit dem Verein Zuger Wanderwege und Vertretern der zuständigen Ämter durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass der im Richtplan festgehaltene Weg nicht mehr benutzt wird. Daher entschied man sich, den durch Wanderer entstandenen Weg zu belassen und die Schlaufe, wie im Waldnaturschutzvertrag vorgesehen, der Natur zu überlassen. Da sich diese sogar in einem Nutzungsverzicht befindet, ist langfristig die Sicherheit der Erholungssuchenden keineswegs zu gewährleisten. Leider ist es dann verpasst worden, das Kartenmaterial anzupassen und die aktuelle Wegführung dem Kantonsrat vorzulegen für die Abstimmung des Richtplanes. Wir möchten auch festhalten, dass die Diskussion sich lediglich auf eine Kurve bezieht. Dieselben Probleme stellen sich jedoch auch auf grossen Teilen des restlichen Wanderweges. Doch dort scheint die Begehbarkeit kein Problem zu sein.

Dass ein Befahren bei unzureichender Befestigung und zu hoher Hangneigung zu Problemen führt, ist uns durchaus bewusst. Die einfache Lösung des Vereins sieht eine Entflechtung vor. Jedoch ist es nicht die Aufgabe der Grundeigentümer, immer mehr Fläche zur Verfügung zu stellen. Leider wird aber festgestellt, dass dies bereits teilweise gemacht wird, ohne die Waldbesitzer zu fragen.

Die steigenden Zahlen an Erholungssuchenden mit immer neuen Möglichkeiten führen teilweise zu Konflikten. Diese zu lösen, ist aber nicht Sache des Grundeigentümers.

Unsere Aufgabe ist es, eine intakte Landschaft zu erhalten, die auch Platz für Erholungssuchende hat. Es kann aber nicht zur Regel werden, dass das persönliche Interesse einzelner Personen immer zu Lasten unseres schönen Gebietes geht.

In diesem Sinne geniesst und akzeptiert die Natur und tragt Sorge, denn auch zukünftige Generation wollen sich an ihr erfreuen.

Wandern ist für uns eine sehr wichtige Freizeitaktivität. Aufgrund unserer Konstitution bevorzugen wir gelb markierte Wanderwege. Der Zeitungsbericht vom 26. Juni über die Verlegung des Wanderwegs im Gebiet Rossalmig/Sod bewog uns, diese neue Strecke selbst kennen zu lernen. Als Erstes sahen wir vor Ort den mit Baumstämmen unbegehbar gemachten Wanderweg. Kein schöner Anblick, da sich dieser Wanderweg grundsätzlich in sehr gutem Zustand zeigte. Die neue Wegstrecke forderte von uns einiges ab, da sie teilweise sehr schmal, sehr steil und gefährlich ist. Wir waren froh, dass das Wetter gut und trocken war. In nassem Zustand ist dieser Wanderweg aus unserer Sicht nicht begehbar. Grundsätzlich stellten wir uns die Frage, ob Wanderer in diesem Teilgebiet nicht mehr erwünscht sind. Dies würden wir – wie wohl viele andere Wanderer auch – ausserordentlich bedauern. Zumindest sollte der neue Weg sicherheitshalber als Bergwanderweg gekennzeichnet werden.»

Roman Merz, Förster Korporation Unterägeri Karl Henggeler, Förster Korporation Oberägeri