Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Dieser 71-jährige Steinhauser läuft einen Bergmarathon in der Mongolei

Am 22. Juli wird der Steinhauser Peter Stifel (71) zu einem ganz besonderen Marathon aufbrechen.
Vanessa Varisco
Trainiert hat er fleissig: Acht Mal ist Peter Stifel eine Strecke über 32 Kilometer gelaufen. (Bild: Roger Zbinden, Steinhausen, 13. Juli 2019)

Trainiert hat er fleissig: Acht Mal ist Peter Stifel eine Strecke über 32 Kilometer gelaufen. (Bild: Roger Zbinden, Steinhausen, 13. Juli 2019)

Grüne, dichte Wälder, klare Bergseen und felsige Gipfel: Ein bisschen erinnert die Landschaft auf den Fotos, durch welche Peter Stifel blättert, an die Schweizer Alpen. Aber die Aufnahmen hat er in Asien geschossen. Genauer: Vor zwei Jahren in der Mongolei, als er zum ersten Mal zum Marathon «Sunrise to Sunset» teilgenommen hat. Am kommenden Montag wird der 71-Jährige erneut in die Mongolei aufbrechen, um sich zuerst eine Weile an die Höhe von 1600 Meter über Meer zu gewöhnen, bevor er dann am 7. August das Rennen in Angriff nimmt.

Die 42,195 Kilometer lange Strecke führt auf Pferdetrails durch den Wald und am See entlang, überquert werden dabei mehrere Pässe und überwunden beachtliche 2500 Höhenmeter. Markiert ist die Strecke mit grüner Sprayfarbe an den Bäumen – Beschilderungen, wie sie hierzulande an Marathons oft verwendet werden, sind dort nicht anzutreffen. «Als ich letztes Mal um 4.30 Uhr mit der Stirnlampe loslief, musste ich aufpassen, wo ich den Fuss absetzte; teils ist der Weg doch sehr uneben», erinnert sich der Steinhauser. Ungefähr 15 Kilometer hat er in der Dunkelheit zurückgelegt. Und obwohl die Strecke teils unwegsam und vor allem auch sehr steil gewesen sei, behält Peter Stifel diesen Marathon «als einer der schönsten Läufe überhaupt» im Gedächtnis. Er schwärmt vor allem von der unberührten Natur: «Dort gibt es Wiesen voller Edelweiss.» Er holt während des Gesprächs eine getrocknete Blüte aus einem Reiseführer hervor und hält sie in die Höhe. Gerade wegen dieser herrlichen Landschaft war für ihn schnell klar, dass er sich dieser Herausforderung noch einmal stellen wollte. «Ausdauer habe ich immer noch», bekräftigt er und räumt ein: «Nur bin ich nicht mehr ganz so schnell wie früher.»

Die Höhe, die Distanz und die Temperatur – kann es doch bis zu 30 Grad heiss werden tagsüber – machen den Lauf zu einer Herausforderung. Deshalb hat Stifel fleissig trainiert. Im Winter zog es ihn bei jeder Gelegenheit auf die Skipiste. Und im April begann er spezifisch mit der Wettkampfvorbereitung: Acht Mal hat er eine Strecke von 32 Kilometern absolviert.

Aquajogging zur 
Regeneration

Gestartet ist er in Steinhausen, weitergelaufen Richtung Knonau, Mettmenstetten, über den Albis und schliesslich wieder nach Hause. Ausserdem integriert er Aquajogging fest in seinen Trainingsplan: Drei Mal in der Woche rennt er eine Stunde im Wasser. «Das ist wichtig für die Erholung, denn im Wasser ist die Belastung für die Gelenke minim», erklärt Stifel. Auch als er sich in der Vorbereitung eine Zerrung zugezogen hat, ging er zur Regeneration vermehrt ins Schwimmbad. «Inzwischen bin ich aber wieder fit und bereit für den Wettkampf», versichert er. Peter Stifel ist ein erfahrener Läufer, 25 Swiss Alpine Marathons ist er gelaufen. Und müde ist er längst nicht: «So lange ich noch kann, werde ich weiterlaufen.» Mit seiner Teilnahme will er ein Zeichen setzen, führt er aus: «Ich möchte die älteren Menschen motivieren, aktiv zu bleiben.»

Die Laufschuhe stets
dabei

An die 100 Teilnehmer werden mit Peter Stifel am 7. August an den Start gehen. «Anfangs läuft man gemeinsam los, nach und nach verteilt sich das Feld aber», erzählt er. Grösstenteils ist er alleine unterwegs, an den Verpflegungsposten oder in den Steigungen treffe er aber hin und wieder einen Mitstreiter. Für Verpflegung unterwegs ist nämlich gut gesorgt: An verschiedenen Stationen werden Suppen, Kartoffeln und Joghurt ausgegeben. Früchte hingegen sind dort ein rares Gut. «Um die Kontrolle darüber zu haben, wie viel ich trinke, trage ich einen kleinen Rucksack mit einem Schlauch mit», sagt Stifel.

Die Vorfreude ist ihm anzumerken, schliesslich hat er sich lange vorbereitet. «Vor dem Start ist man sicher ein bisschen angespannt. Aber das gehört dazu», schildert der 71-Jährige. Bis jetzt musste er noch kein Rennen aufgeben und das soll auch so bleiben. «Laufen war und ist für mich ein psychischer Ausgleich», verrät Stifel seine Motivation, immer weiterzumachen. Auch als er noch beruflich eingespannt war, habe er stets seine Laufschuhe im Gepäck gehabt, um damit die fremden Städte zu erkunden. Er resümiert: «Und am 7. August will ich einfach laufen und geniessen.» Vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang.


Wer die Reise und den Lauf von Peter Stifel verfolgen will, kann das auf seinem Blog tun. Weitere Infos zum Lauf gibt es hier.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.